Zehntausende Bauern auf den Beinen

Brüssel: Zehntausende Bauern blockieren EU-Gipfel – Wut über EU-Politik

Foto: Bauernproteste vor dem EU-Gipfel in Brüssel, 14.12.2023, via dts Nachrichtenagentur

Vor dem entscheidenden EU-Gipfel in Brüssel entlädt sich die Wut der europäischen Landwirte. Zehntausende Bauern aus allen 27 Mitgliedsstaaten versammeln sich in der belgischen Hauptstadt, um ihren Unmut über aktuelle Agrarpolitik und Bürokratie lautstark kundzutun. Die Proteste sind als die größten dieser Art in Brüssel seit Beginn des Jahrhunderts angekündigt.

Am Donnerstagmorgen haben sich vor dem letzten EU-Gipfel des Jahres in Brüssel massive Proteste von Landwirten formiert. Es wird erwartet, dass im Laufe des Tages rund 10.000 Landwirte aus allen 27 EU-Mitgliedsländern das Europaviertel der belgischen Hauptstadt beleben werden, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Kritik an Agrarpolitik und Bürokratie

Die Agrarlobby Copa-Cogeca gibt an, dass sich die Proteste unter anderem gegen die als „inakzeptabel“ bezeichneten GAP-Reformen und Budgetkürzungen der EU richten. Ebenso im Visier sind „unfaire EU-Handelspolitik“ und „lästige Bürokratie“. Es ist davon auszugehen, dass auch das umstrittene Mercosur-Handelsabkommen Teil der Kritik ist. Die Organisation selbst spricht von den bisher größten Landwirtschaftsprotesten, die Brüssel in diesem Jahrhundert erlebt hat, ein klares Zeichen für die angespannte Stimmung in der Branche.

Obwohl Agrarthemen bei dem Brüsseler Gipfel über die Debatten zum Mercosur-Abkommen und dem mehrjährigen Finanzrahmen hinaus eher eine untergeordnete Rolle spielen, lenken die aktuellen Proteste den Fokus auf die Sorgen der Landwirte. Hauptthemen des Gipfels sind stattdessen die Nutzung eingefrorener russischer Gelder für die Ukraine sowie die geplante EU-Erweiterung, was die Diskrepanz zwischen den politischen Prioritäten und den drängenden Anliegen der Landwirtschaft einmal mehr verdeutlicht.