Kritik an Digitalisierungsoffensive

Fahrlehrer-Verbände wüten über Schnieders Führerscheinreform

Foto: Fahrschule (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) reagiert scharf auf die von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder vorgestellten Eckpunkte zur Führerscheinreform. Insbesondere die geplante digitale Aufbereitung von Lernstoff für die Theorieprüfung stößt auf heftigen Widerstand. Die Verbände befürchten einen massiven Rückschritt für die Verkehrssicherheit.

Massiver Angriff auf Verkehrssicherheit

Die Worte des Vize-Vorsitzenden Kurt Bartels sind deutlich: „Der Reformvorschlag ist absolut entsetzend“. Gegenüber der „Rheinischen Post“ bezeichnet Bartels die Pläne als „massiven Angriff auf die Verkehrssicherheit“, da das bewährte deutsche System, das auf eben diese Sicherheit ausgelegt sei, „einfach weg“ radiert werde.

Ein Dorn im Auge ist den Fahrlehrerverbänden vor allem die Idee, Fahrschülern künftig den Stoff für die theoretische Prüfung auch über digitale Plattformen wie Lernapps vermitteln zu wollen. Bislang ist Präsenzunterricht die Norm.

„Distanzunterricht führt nicht zu besseren Ergebnissen“

Bartels betont, dass gerade bei vielen Themenbereichen der Theorieunterricht nur im direkten Austausch vermittelt werden könne. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie hätten bereits gezeigt, dass Distanzunterricht eher zu schlechteren Ergebnissen führe. „So kann kein Geld eingespart werden“, so Bartels weiter. Dies seien „rein politische Äußerungen, die an der Wirklichkeit vorbeigehen“.