Mehrheit stimmt zu
Die Debatte um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gewinnt an Schärfe. Eine aktuelle Forsa-Umfrage macht deutlich: Bauchschmerzen bereitet vielen Verbrauchern nicht nur der hohe Zuckergehalt in Getränken, sondern auch die daraus resultierenden Folgen für die Gesundheit. Insbesondere zuckerhaltige Süßgetränke stehen im Fokus. Wenn Hersteller künftig eine gestaffelte Steuer zahlen müssten – je höher der Zuckergehalt, desto höher die Abgabe –, würden 60 Prozent der Befragten zustimmen.
38 Prozent lehnen diesen Vorschlag ab. Die Zustimmungswerte verdeutlichen jedoch eine klare Tendenz. Frauen zeigen sich mit 66 Prozent aufgeschlossener für eine solche Maßnahme als Männer, die zu 55 Prozent dafür sind. Interessanterweise stehen Befragte mit einem Nettoeinkommen von 2500 Euro oder weniger der Abgabe etwas kritischer gegenüber als Personen mit höherem Verdienst. In Haushalten mit Kindern findet die Einführung einer Zuckersteuer hingegen etwas mehr Zuspruch.
Politik soll handeln
Die Forderung, dass die Politik insgesamt „Maßnahmen ergreifen“ solle, damit „die Lebensmittelindustrie den Zuckergehalt in Getränken reduziert“, unterstützen satte 73 Prozent der Befragten. Davon stimmen 51 Prozent der Aussage voll und ganz zu, weitere 22 Prozent eher. Namen wie Cola, Limonade oder Eistee werden hierbei als typische Beispiele genannt.
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch macht sich schon lange für eine solche Steuer stark. Auch der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) setzt sich dafür ein. Ende kommender Woche wird sich der CDU-Bundesparteitag in Stuttgart mit einem entsprechenden Antrag beschäftigen. Luise Molling von Foodwatch appelliert an die Christdemokraten, diesem Antrag zuzustimmen. „Die CDU muss sich zum Schutz unserer Kinder und unseres Gesundheitssystems hinter Günthers Vorschlag stellen“, sagt sie. „Die Limo-Steuer wirkt, das zeigt das Beispiel Großbritannien – auch Deutschland muss endlich wirksame Maßnahmen für gesunde Ernährung auf den Weg bringen.“
Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen dem 3. und 5. Februar computergestützt 1.003 Verbraucher ab 18 Jahren.




