Mangelnde Vorbereitung auf Cyberangriffe
Die bundeseigene Autobahn GmbH ist offenbar schlecht gegen Cyberangriffe gerüstet. Der Bundesrechnungshof kritisiert in einem vertraulichen Bericht massive Defizite. Das „Handelsblatt“ berichtete über die Ergebnisse der Prüfer.
Wesentliche Aspekte wie Informations- und Cybersicherheit sowie langfristige Wirtschaftlichkeit seien bei strategischen Entscheidungen nicht angemessen berücksichtigt worden, heißt es im Bericht. Die Gesellschaft habe zudem versäumt zu prüfen, ob die verschärfte Sicherheitslage infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Auswirkungen auf die IT-Strategie habe.
Komplexe Infrastruktur gefährdet
Die Autobahn GmbH steuert über digitale Systeme mehr als 13.000 Kilometer Autobahn. Dazu gehören auch Leitstellen und Tunnelzentralen. Ein erfolgreicher Cyberangriff könnte hier weitreichende Folgen haben: Von der Manipulation von Verkehrsanzeigen über die Lahmlegung von Tunneln bis hin zur Störung von Lieferketten.
Besonders kritisch wird die Bedeutung für die nationale Sicherheit hervorgehoben. In einer militärischen Krise wären funktionierende Autobahnen essenziell für den Truppen- und Materialtransport.
Unklare Zuständigkeiten und fehlende Umsetzung
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die fehlende klare IT-Gesamtverantwortung. Laut Rechnungshof wurde keiner Organisationseinheit die zentrale Rolle zugewiesen. Stattdessen waren demnach drei unterschiedliche Geschäftsführer zuständig.
Externe und interne Prüfer hätten auf Defizite hingewiesen, deren Umsetzung jedoch nicht konsequent erfolgt sei. Stattdessen habe man sich darauf verlassen, dass die jeweiligen Niederlassungen die Probleme selbst beheben.

