Mangelnde Ausrüstung und überforderte Kliniken

Schock-Analyse des Innenministeriums: Deutschland nicht bereit für Chemiewaffen-Angriff

Schock-Analyse des Innenministeriums: Deutschland nicht bereit für Chemiewaffen-Angriff
Foto: Verletzte werden versorgt (Archivbild), Aufnahme: dts Nachrichtenagentur

Eine interne Risikoanalyse des Bundesinnenministeriums deckt erschreckende Lücken im Katastrophenschutz auf. Selbst bei einem „plausiblen Szenario“ mit russischem Aggressor an der Ostgrenze und drei Anschlagsorten wären tausende Tote zu befürchten. Die Krankenhäuser wären hoffnungslos überfordert, Schutzausrüstung fehle.

Tausende Tote erwartet

Der Ernst der Lage ist alarmierend: Deutschland ist laut einer internen Risikobewertung des Bundesinnenministeriums nicht ausreichend auf einen möglichen Angriff mit chemischen Kampfstoffen vorbereitet. Das Papier, das der „Bild“-Zeitung vorliegt, offenbart gravierende Mängel.

In einem durchgespielten Szenario, das eine militärische Aggression an den östlichen Grenzen und drei Anschlagsorte auf deutschem Boden vorsieht, warnen die Experten vor einer Katastrophe. Die Simulation geht von Tausenden Toten aus.

Hafen-Angriff: 8.500 Tote in Stunden

Ein simulierter Angriff auf einen deutschen Hafen allein könnte den Analysen zufolge innerhalb der ersten 15 Stunden zum Tod von 8.500 Menschen führen. Weitere 33.500 Personen könnten teils schwer verletzt werden. Auch die Intensivstationen wären am Limit: Mehrere tausend Menschen bräuchten dringend medizinische Behandlung. Die Todesfälle würden sich über Tage und Wochen fortsetzen.

Kliniken am Limit, Mittel fehlen

Die ausgewiesenen Kapazitäten deutscher Krankenhäuser sind bei weitem nicht ausreichend, um eine solche Belastung zu bewältigen. Mit nur 1.700 Intensivbetten und 800 Überwachungsbetten wären die Einrichtungen hoffnungslos überfordert. Zusätzlich mangelt es an entscheidender Ausrüstung: Sowohl Schutzkleidung als auch wichtige Gegenmittel wie Atropin sind nicht in ausreichender Menge vorhanden.