Hessen und Baden-Württemberg betroffen

Fast 8.000 Asylbewerber untergetaucht

Fast 8.000 Asylbewerber untergetaucht
Foto: Ankunftszentrum für Flüchtlinge (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Fast 8.000 Asylbewerber sind bundesweit nicht mehr auffindbar. Das geht aus einer Umfrage der „Bild“ bei den Landesregierungen hervor. Besonders betroffen sind Hessen und Baden-Württemberg. Die Gründe für das Verschwinden sind vielfältig, von illegaler Weiterreise bis hin zur Rückkehr in die Heimat.

Landesregierungen melden Tausende Abgänge

Die Zahl der verschwundenen Asylbewerber in Deutschland ist alarmierend hoch. Mindestens 7.624 registrierte Flüchtlinge gelten demnach aktuell als abgängig. Diese Zahlen ergeben sich aus einer bundesweiten Abfrage der Tageszeitung „Bild“ bei den Landesinnen- und Innenministerien.

Besonders auffällig sind die Daten aus Hessen. Dort sind 1.763 Asylbewerber verschwunden. Dicht gefolgt wird Hessen von Baden-Württemberg mit 1.641 und Brandenburg mit 1.401 abgängigen Personen.

Gründe für das Verschwinden unklar

Die Gründe für das Untertauchen sind vielfältig und oft nicht eindeutig feststellbar. Denkbar ist, dass die Asylbewerber in andere EU-Länder weitergereist sind, in ihre Heimat zurückkehren wollten oder sich illegal in Deutschland aufhalten. Die Behörden führen eine Reihe von Gründen an, darunter auch die Möglichkeit eigenmächtiger Weiterreisen.

Auch andere Bundesländer melden signifikante Zahlen. Rheinland-Pfalz verzeichnet 923 abgängige Asylbewerber, Niedersachsen 439 und Sachsen-Anhalt 369. In Nordrhein-Westfalen sind es 262, in Schleswig-Holstein 190 und in Bremen 184.

Norddeutsche und Stadtstaaten melden ebenfalls Verluste: Hamburg kommt auf 172, Mecklenburg-Vorpommern auf 98 und das Saarland auf 82.

Mehrere Bundesländer erfassen Daten nicht systematisch

Unklar ist die genaue Situation in Berlin, Bayern und Sachsen. In diesen Bundesländern werden Abgänge von Asylbewerbern nach Angaben der zuständigen Behörden bislang nicht systematisch erfasst. Auch in Thüringen fehlt eine systematische Erfassung, Recherchen ergaben hier rund 100 gemeldete abgängige Personen.