Teilzeit als „Lifestyle“?
Die Debatte um Teilzeitarbeit und den Rechtsanspruch darauf flammt erneut auf. Ausgerechnet die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) innerhalb der CDU will Ende Februar auf dem Parteitag einen Antrag einbringen, der den freiwilligen Rechtsanspruch auf Teilzeit aufweicht. Die Überschrift: „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“.
Diese Pläne schlagen bei der Linken ein wie eine Bombe. Deren Arbeitspolitischer Sprecher im Bundestag, Pascal Meiser, spricht in der „Rheinischen Post“ von einem „Frontalangriff“ auf rund 17 Millionen Teilzeitbeschäftigte in Deutschland. „Ganz besonders gegen die vielen Frauen im Land, die jeden Tag versuchen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen“, wettert Meiser.
Verstoß gegen EU-Recht?
Meiser sieht darin nicht nur eine ideologische Attacke gegen Arbeitnehmer, sondern auch einen möglichen Bruch von Europarecht. Er gehe davon aus, „dass eine solche Regelung gegen das europarechtlich verankerte Diskriminierungsverbot von Teilzeitbeschäftigten verstoßen dürfte“.
Minijobs statt „Lifestyle“
Statt Teilzeitbeschäftigten Steine in den Weg zu legen, müsse die Regierung diejenigen unterstützen, die ihre Stunden aufstocken wollen, aber von Arbeitgebern ausgebremst werden. Die Abschaffung des „fatale Minijob-Systems“ sei hier ein erster wichtiger Schritt, so Meiser. Er wirft den CDU-Wirtschaftsvertretern vor, stattdessen diejenigen zu „gängeln“, die bereits in Teilzeit arbeiten.



