Deutschland wehrt sich gegen russische Anschuldigungen

Moskaus „Revanchismus“-Vorwurf löst Empörung aus

Foto: Die Mauer des Kreml in Moskau. Foto: Archiv, via dts Nachrichtenagentur

Russlands Außenministerium hat Deutschland "Revanchismus" vorgeworfen und die Unterstützung für die Ukraine als Teil davon bezeichnet. Diese Anschuldigungen stoßen in Berlin parteiübergreifend auf scharfe Kritik und werden als "bizarr" und "haltlos" zurückgewiesen. Politiker betonen die historische Verantwortung und die Notwendigkeit, die Ukraine zu unterstützen.

Empörung über „Revanchismus“-Vorwurf

Der Vorstoß Moskaus, Deutschland „Revanchismus“ zu unterstellen, hat in der deutschen Politik für sichtbares Unverständnis gesorgt. Das russische Außenministerium hatte erklärt, die deutsche Regierung sei getrieben von der „Besessenheit, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen“. Die westliche Unterstützung für Kiew sei Teil dieses angeblichen deutschen „Revanchismus“.

„Bizarrer“ Imperialismus-Vorwurf

Anton Hofreiter, Grünen-Politiker und Vorsitzender des EU-Ausschusses im Bundestag, reagierte empört. „Es ist bizarr, dass ein Vertreter eines imperialistischen Regimes, welches schlimmste Kriegsverbrechen begeht, die Unterstützung europäischer Staaten für die Ukraine bei ihrer Selbstverteidigung mit haltlosen Revanchismusvorwürfen zu diffamieren versucht“, sagte Hofreiter der „Süddeutschen Zeitung“. Deutschland stehe an der Seite der Ukraine im Kampf gegen die Aggression und in ihrer Orientierung zur EU. Dies sei laut Hofreiter „inakzeptabel“ und passe in eine Reihe von „diffamierenden Aussagen“ aus Moskau.

„Ablenkungsversuche“ aus Moskau

Auch Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, zeigte sich wenig beeindruckt. Er bezeichnete die russischen Äußerungen als „Ablenkungsversuche“, die „neue Absurditäten“ erreichten. Hardt betonte die historische Verantwortung Deutschlands: „Wir können eben wegen unserer Geschichte nicht wegschauen, wenn in Europa gemordet wird.“ Besonders mit Blick auf die Leiden der Ukrainer während des Zweiten Weltkriegs sei die heutige Politik Deutschlands nachvollziehbar.

Russlands Drohungen

Die russische Darstellung, deutsche Waffen kämen 80 Jahre nach Kriegsende erneut gegen russisches Gebiet zum Einsatz, und die Stationierung der Bundeswehr in Litauen, werden als Teil des russischen Vorwurfs angeführt. Moskau drohte zudem, sollte die Bundeswehr in der Ukraine eingesetzt werden, würden deutsche Soldaten als „legitime Ziele“ behandelt.