DIW: Umstieg zu langsam

Elektroautos: Wachstum bremst Klimaziele aus

Elektroautos: Wachstum bremst Klimaziele aus
Foto: Archivbild: Elektroautos auf einem Parkplatz

Der Anteil von Elektroautos an Neuzulassungen in Deutschland stagniert auf einem Niveau, das eine schnelle Klimaneutralität im Verkehrssektor unwahrscheinlich macht. Experten sehen Nachholbedarf bei der politischen Steuerung, warnen aber vor negativer öffentlicher Debatte. Positiver: Die Ladeinfrastruktur ist besser als ihr Ruf.

Nur geringer Zuwachs bei E-Autos

Trotz einer leichten Erholung im Vergleich zum Vorjahr bleibt der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge bei den Neuzulassungen in Deutschland unter den Erwartungen. Mit 19,1 Prozent für 2025 liegt die E-Mobilität nur unwesentlich über den Werten der Vorjahre.

DIW-Forscher Wolf-Peter Schill äußert sich besorgt: „Es tut sich etwas, aber es ist zu langsam.“ Er erkennt erhebliches Potenzial für ein dynamischeres Wachstum, mahnt aber, dieses nicht durch zu viel negative Berichterstattung „zerzureden“.

Politische Unklarheit bremst Fortschritt

Als einen wesentlichen Grund für das stockende Wachstum nennt Schill die fehlende politische Klarheit in den vergangenen Jahren. Das frühere Ziel der Bundesregierung, bis 2030 15 Millionen E-Autos auf deutsche Straßen zu bringen, sei damit unerreichbar geworden. Dennoch betont der Forscher, dass das Aus für Neuzulassungen von Verbrennern ab 2035 ein realistisches Ziel bleibe, das von Markt und Infrastruktur gestützt werde.

Ladeinfrastruktur: Besser als ihr Ruf

Eine positive Entwicklung zeigt die Bilanz von Ladepunkten im Verhältnis zur wachsenden E-Auto-Flotte. Insbesondere bei Schnellladesäulen seien freie Plätze in der Regel kein Problem, die Infrastruktur sei nicht ausgelastet. Dennoch dominiere weiterhin die Kritik an den Lademöglichkeiten in der öffentlichen Debatte.

Auch im gewerblichen Güterverkehr gibt es Anzeichen für Bewegung. Neun Prozent der neu zugelassenen Lkw waren 2025 rein batterieelektrisch angetrieben. Selbst bei Sattelschleppern, die im Schwerlastverkehr eingesetzt werden, lag der Anteil bei drei Prozent. Der aktuelle Fahrzeugbestand ist jedoch in beiden Bereichen noch fast vollständig von Verbrennungsmotoren geprägt. Bei Pkw machen reine E-Autos aktuell nur magere vier Prozent des gesamten Bestandes aus.