Sanierungskonzept unter Druck

Jahrzehnt der Baustellen: Bahn-Chef sieht langsame Besserung

Jahrzehnt der Baustellen: Bahn-Chef sieht langsame Besserung
Foto: Bauarbeiten an der Bahnstrecke Halle (Saale) - Leipzig bei Kanena (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Zustand des deutschen Schienennetzes bleibt angespannt. DB InfraGo-Chef Philipp Nagl rechnet mit zehn Jahren intensiver Sanierungsarbeit. Das umstrittene Konzept der Totalsperrungen steht jedoch auf dem Prüfstand, um die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern und die Kommunikation für Fahrgäste und Güterverkehr zu optimieren.

Sanierungs-Marathon für die Bahn

Ein Ende der Bauarbeiten auf deutschen Schienen ist nicht in Sicht. DB InfraGo-Chef Philipp Nagl stellt sich auf ein ganzes Jahrzehnt der Sanierungen ein. Der schlechte Zustand sei ein Erbe aus Jahrzehnten der Unterfinanzierung, und die Besserung werde Geduld erfordern.

Trotz der Kritik am umstrittenen Sanierungskonzept, das auf Totalsperrungen besonders belasteter Strecken setzt, hält der Bahnmanager daran fest. Er argumentiert, dass die komprimierte Sanierung ganzer Korridore der effizienteste Weg sei, um den immensen Baubedarf auf den stark frequentierten Routen zu bewältigen. Mit jedem abgeschlossenen Projekt werde sich der Prozess beschleunigen.

Ein wichtiger Grund für Verzögerungen bei der Digitalisierung: Fast die Hälfte der über 4.000 Stellwerke ist nicht aufgerüstet und stammt noch aus der Zeit vor dem Computerzeitalter. Bis diese ausgetauscht sind, ruht die Umstellung auf digitale Technik.

Neben den großen Korridorsanierungen stehen in diesem Jahr bereits 28.000 kleinere Baustellen auf dem Programm, weitere kurzfristige Einsätze sind zu erwarten. Sowohl der Regional- und Güterverkehr als auch die Fahrgäste leiden oft unter der verspäteten Information über diese Einschränkungen. Nagl räumt Defizite in der Kommunikation ein und kündigt eine Neuausrichtung an. Die Baumaßnahmen seien aber unumgänglich, um den gegenwärtigen Abwärtstrend bei der Infrastruktur zu durchbrechen.