Flüsse als Lebensadern
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hat die Bedeutung von Flussauen hervorgehoben und einen Fehler der Vergangenheit eingeräumt: das Bestreben, Flüsse zu „bezwingen“ und den Auen das Wasser abzugraben. Laut Schneider sei dies ein Fehler, der nun korrigiert werden müsse. Die aktuelle Trockenheit mit anhaltender Niederschlagsarmut und einer „echten Winterdürre“ mache ein schnelles Handeln unentbehrlich.
Das neue Förderprogramm, das in Kürze starten soll, konzentriert sich auf die Wiederherstellung von Lebensräumen an Flüssen. Auch der Rück- oder Umbau von Entwässerungssystemen ist Teil der Maßnahmen. Anträge können von Kommunen, Naturschutzverbänden und Landesbehörden gestellt werden; die entsprechende Webseite werde derzeit aufgesetzt.
Diese Initiative ergänzt ein bestehendes Programm für Auen an Bundeswasserstraßen, das seit 2019 bereits elf Flüssen zugutekommt. Schneider beklagt die Umwandlung vieler Flüsse in „Kanäle“ über Jahrzehnte, was das umliegende Leben dezimiert habe. Schon einfache Maßnahmen wie die Abflachung von Ufern und die Wiederanbindung von Auen, wie sie an der Werra geschehen sei, könnten zur Rückkehr von Insekten, Molchen und Kleinfischen führen. Intakte Flussauen gelten als die artenreichsten Ökosysteme Europas.
Die wirtschaftlichen Vorteile einer intakten Wasserwirtschaft sind ebenfalls signifikant. Angesichts sinkender Grundwasserspiegel, besonders in Regionen wie dem Berliner Umland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, sei die Renaturierung von Flussauen und Mooren essenziell. Dies betreffe die Wasserversorgung, die Landwirtschaft und auch wasserintensive Industriezweige wie die Chemie- und Chiphersteller.



