Klimaziele in Gefahr?

Auto-Gipfel in Berlin: Grüne kritisieren Merz scharf

Nach dem Auto-Gipfel im Kanzleramt äußerten die Grünen scharfe Kritik an den Äußerungen von Friedrich Merz bezüglich des Verbrenner-Aus. Katharina Dröge sieht darin einen Rückschritt für den Klimaschutz und eine Bedrohung für die Zukunft der deutschen Automobilindustrie. Die Diskussion um die „Flottengrenzwerte“ und alternative Antriebe rückt in den Fokus.
Auto-Gipfel in Berlin: Grüne kritisieren Merz scharf
Auto-Gipfel in Berlin: Grüne kritisieren Merz scharf
Katharina Dröge (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Beim Auto-Gipfel im Kanzleramt standen die zukünftigen Weichenstellungen für die Automobilindustrie im Mittelpunkt. Besonders die Grüne-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge zeigte sich besorgt über die geäußerten Positionen von Bundeskanzler Friedrich Merz. Dröge interpretierte die Aussagen als Absage an das EU-Verbrenner-Aus im Jahr 2035. Sie bezeichnete dies als „fatale und kurzsichtige Entscheidung“, die sich negativ auf Arbeitsplätze in der Automobilbranche und auf den Klimaschutz auswirken werde.

Aktuell haben sich die Regierungsparteien noch nicht auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Bundeskanzler Merz setzte sich nach dem Gipfel dafür ein, dass auch nach 2035 noch Fahrzeuge mit CO2-Emissionen zugelassen werden dürfen, und betonte, dass es „keinen harten Schnitt geben“ dürfe. Dies steht im Gegensatz zu den bisherigen EU-Flottengrenzwerten. Diese sehen vor, den zulässigen CO2-Ausstoß bis 2035 schrittweise auf null Gramm pro Kilometer zu senken.

Auch Finanzminister Lars Klingbeil bekräftigte die Klimaziele und den Umstieg auf Elektromobilität, zeigte sich jedoch offen für eine Lockerung der deutschen Position in Brüssel. Insbesondere Plug-in-Hybride und sogenannte Range Extender, die die Reichweite von Elektrofahrzeugen erhöhen, könnten hier eine Rolle spielen.

Dröge kritisierte diese Haltung als Versuch, „alte Technologien künstlich am Leben zu halten“, was Innovation und Wettbewerbsfähigkeit behindere und letztlich Arbeitsplätze gefährde. Sie warnte davor, dass Deutschland im internationalen Vergleich den Anschluss verlieren könnte, während weltweit die Elektromobilität voranschreite. Die in Frage gestellte Klarheit schaffe Unsicherheit für Kunden, Investoren und Beschäftigte.

Auch die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner forderte Planungssicherheit für die Industrie. Sie betonte die Notwendigkeit, am Aus des fossilen Verbrennungsmotors festzuhalten, und bezeichnete „Technologieoffenheit“ in diesem Kontext als Codewort für Stillstand. Brantner warnte, dass der Versuch, alte Technologien zu bewahren, eine ideologische Politik sei, die das Risiko berge, dass Deutschland von China und den USA abgehängt werde. Für sie gehöre die Zukunft der Elektromobilität, und das Säen von Zweifeln beeinträchtige die deutsche Automobilindustrie und gefährde die Arbeitsplätze. (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)

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