Pessimismus vor Genfer Gesprächen
Der Ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, Andrij Melnyk, hat Zweifel am russischen Friedenswillen geäußert. Ungeachtet der laufenden Gespräche in Genf hält er es für unwahrscheinlich, dass sich Russland in absehbarer Zeit auf eine Friedenslösung einlässt.
„Ich persönlich bin sehr skeptisch“, sagte Melnyk den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ich erkenne derzeit keinen echten Willen des Kremls, ein tragfähiges Abkommen auszuhandeln.“ Er befürchtet, dass Gespräche ohne eine Waffenruhe sich endlos hinziehen könnten, während der Krieg gegen die Ukraine weitergeht. Melnyk, der zu Beginn der russischen Vollinvasion 2022 Botschafter in Deutschland war, erinnerte an die vorherigen Verhandlungsrunden.
Keine greifbaren Ergebnisse
Auch frühere Gesprächsrunden, unter anderem in Abu Dhabi, hatten keine konkreten Ergebnisse hervorgebracht. Die Frage nach möglichen Gebietsabtretungen der Ukraine gilt dabei als einer der größten Streitpunkte.
Melnyk vermutet, dass Russland die Verhandlungen primär nutze, um im geopolitischen Spiel präsent zu bleiben und die USA nicht zu verärgern. Kleinere Fortschritte wie Gefangenenaustausche seien zwar ein Lichtblick für die betroffenen Familien. Doch ein politischer Durchbruch, der zu einem für alle Seiten akzeptablen und dauerhaften Ergebnis führen würde, sei „leider nicht in Sicht“.

