Thüringens Regierungschef mahnt Dialogbereitschaft an

Voigt fordert milderen Ton bei CDU-Reformen

Voigt fordert milderen Ton bei CDU-Reformen
Foto: Mario Voigt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Kurz vor dem CDU-Bundesparteitag appelliert Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt an seine Partei, die Debatte über Sozialreformen menschlicher zu gestalten. Reformen dürften nicht spalten, sondern müssten im Dialog mit den Bürgern geführt werden. Er verteidigt zugleich Friedrich Merz für seine schonungslosen Wirtschaftsanalysen.

Gemeinsam statt gespalten

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt fordert seine Partei auf, vor dem Hintergrund anstehender Sozialreformen einen offeneren Dialog aufzunehmen. „Reformen dürfen nicht spalten“, betonte Voigt im Vorfeld des CDU-Bundesparteitags. Es sei entscheidend, dass die Diskussion niemanden zurücklasse oder verunsichere. Der Ton sei dabei von zentraler Bedeutung: „fordernd, aber nicht von oben herab.“

Wahrheit als Kanzleraufgabe

Voigt lobte CDU-Chef Friedrich Merz für seine deutlichen Worte über die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands. „Deutschland hat kein Anrecht auf Erfolg, wir müssen ihn uns erarbeiten“, zitierte Voigt den Erfurter Regierungschef. Diese schonungslose Benennung von Fakten sei eine Kernaufgabe eines Kanzlers.

Hoffnung auf „Dominoeffekt“

Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen setzt der Thüringer CDU-Politiker auf einen **christdemokratischen Dominoeffekt**. Er sieht darin die Chance, dass die CDU nach 2005 erneut den Bundeskanzler stellen und gleichzeitig zehn Ministerpräsidentenämter gewinnen könnte. Ein solches politisches Kapital könnte maßgeblich dazu beitragen, das Land aus einer „Reformblockade“ zu führen.

Wohnungsbau als Schlüssel

Auf dem Parteitag will die CDU laut Voigt ihre Reformagenda mit konkreten Vorschlägen untermauern. Ein zentraler Punkt sei eine **Wohnbauoffensive**. Ziel sei es, das Bauen radikal zu vereinfachen. Dies diene nicht nur der Bauwirtschaft, sondern vor allem den Menschen, die dringend nach Wohnraum suchen. „Wer Wohnungen schafft, schafft Zusammenhalt“, so Voigt.