Druck durch Lohnkosten
Trotz der gesteuerten Entlastung durch die reduzierte Mehrwertsteuer auf Speisen planen 22 Prozent der Gastronomen Preiserhöhungen. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Dehoga hervor, die rund 700 Betriebe erfasste. Der Dehoga-Präsident Guido Zöllick begründet diesen Schritt mit dem erheblichen Druck, unter dem die Gastronomie stehe. Zwar sei die Mehrwertsteuer-Senkung ein wichtiger Baustein zur Stärkung der Branche, doch gleichzeitig habe die Erhöhung des Mindestlohns um 1,08 Euro auf 13,90 Euro die Situation vielerorts verschärft.
Mehr als jeder vierte Betrieb sieht sich demnach gezwungen, Stellen abzubauen. Ins gleiche Horn stoßen die Gastronomen, die preislich nachziehen wollen. Die Zahlen der Umfrage zeichnen ein düsteres Bild: 34,8 Prozent der Befragten schätzen ihre geschäftliche Lage als schlecht oder sehr schlecht ein. Jeder zweite Betrieb verbucht rückläufige Gästezahlen, Nettoumsätze und Gewinne.
Insolvenzen steigen
Die wirtschaftlichen Sorgen spiegeln sich auch in der Insolvenzstatistik wider. Laut Wirtschaftsauskunftei Crif stieg die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr um fast 32 Prozent auf 1.819 Fälle. Crif stuft aktuell rund 14.400 Gastrounternehmen als insolvenzgefährdet ein. Besonders betroffen sind dabei laut Crif-Deutschlandchef Frank Schlein kleine, familiengeführte Lokale. Ihnen fehle oft die nötige finanzielle Stabilität, um die gestiegenen Kosten auffangen zu können.

