Bedrohlichen Szenarien

„Spillover“ – Wie groß ist die Gefahr einer neuen Pandemie? ARD-Doku liefert heute alarmierende Einblicke

Foto: Bild: BROADVIEW Pictures

Die COVID-19-Pandemie hat die Welt verändert – doch Experten warnen bereits vor der nächsten großen Gesundheitskrise. In der neuen ARD-Dokumentation „Spillover – Planet der Viren“ gehen Wissenschaftler der Frage nach, warum die Übertragung von Viren von Tieren auf Menschen immer häufiger wird. Besonders alarmierend: Forschungen zeigen, dass bis zum Jahr 2050 die Zahl solcher Spillover-Ereignisse um ein Vielfaches steigen könnte.

Spillover – wenn Viren von Tieren auf Menschen überspringen

Viele gefährliche Krankheiten, die Menschen betreffen, stammen ursprünglich aus dem Tierreich. Ebola, Marburg, Hanta oder COVID-19 – all diese Viren sind sogenannte Zoonosen, also Krankheiten, die durch Spillover vom Tier auf den Menschen übertragen wurden. Doch warum nimmt dieses Phänomen immer weiter zu?

Regisseur Michael Wech, bekannt für investigative Dokumentationen, reist für „Spillover – Planet der Viren“ an Orte, an denen neue Viren erforscht werden. Wissenschaftler analysieren, wie Faktoren wie Klimawandel, die Vernichtung natürlicher Lebensräume und die Globalisierung dazu beitragen, dass neue Krankheiten entstehen – und sich schneller als je zuvor weltweit verbreiten können.

Wissenschaftler schlagen Alarm: „Wir könnten mehr Pandemien erleben“

Eine der zentralen Thesen der Dokumentation: Die Häufigkeit von Spillover-Ereignissen wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen. Einer der führenden Experten, Colin Carlson von der Universität Yale, erklärt:

„Es gibt tausende Viren, deren Potenzial noch völlig unbekannt ist. Bis 2050 könnte es zwölfmal so viele Spillover geben wie heute.“

Die Forschung zeigt, dass der Mensch durch das Eindringen in bisher unberührte Ökosysteme ungewollt mit neuen Krankheitserregern in Kontakt kommt. Gleichzeitig begünstigen der Klimawandel und der weltweite Handel die rasche Verbreitung von Infektionen.

Lässt sich die nächste Pandemie verhindern?

Trotz der bedrohlichen Szenarien zeigt die Dokumentation auch, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Pandemien frühzeitig zu erkennen. Die Wissenschaft arbeitet an globalen Überwachungssystemen, die Viren in Wildtieren entdecken sollen, bevor sie sich auf Menschen übertragen.

Expertinnen wie Jessica Manning aus Kambodscha erforschen, wie sich neue Krankheitserreger schneller identifizieren und potenzielle Epidemien frühzeitig eindämmen lassen. Doch die Experten in der Doku sind sich einig: Ohne mehr Zusammenarbeit zwischen Ländern und eine bessere Vorbereitung wird es schwierig, neue Pandemien zu verhindern.

Sendetermine und Streaming-Optionen

Die ARD zeigt die Dokumentation in zwei Versionen:

  • 90-minütige Extended-Version: Ab 5. März in der ARD Mediathek
  • TV-Ausstrahlung: 10. März, 20:15 Uhr im Ersten (45-Minuten-Fassung)