Hoffnung auf neue Schachgeneration
Die neue Netflix-Dokumentation „Die Königin des Schachs“ beleuchtet die bemerkenswerte Karriere von Judit Polgár. Die gebürtige Ungarin, die als einzige Frau jemals die Top 10 der gemischten Schachweltrangliste erreichte und sogar den legendären Garri Kasparow bezwang, äußert die Hoffnung, dass der Film Mädchen ermutigen wird, Schach ernsthaft zu verfolgen.
„Ich freue mich darauf, dass mehr Mädchen Schach spielen und mehr Mädchen den großen Traum verfolgen, die besten Schachspielerinnen zu werden, die sie sein können“, so Polgár gegenüber dem „Spiegel“.
Kritik an Sonderwegen für Frauen
Polgár, die sich aktuell für die Abschaffung von Frauenspezifischen Titeln wie „Frauen-Großmeisterin“ im Weltschachverband einsetzt, kritisiert die niedrigeren Erwartungen, die oft an weibliche Talente gestellt würden. „Wenn wir also Mädchen sagen, dass sie den leichteren Weg gehen können und dafür auch mit Titeln belohnt werden, dann nehmen sie natürlich den leichteren Weg“, erklärt sie.
Sie zieht dabei Parallelen zum Bildungssystem, wo es keine getrennten Noten für Jungen und Mädchen gäbe. Die Schach-Ikone plädiert dafür, dass talentierte Mädchen die gleiche Unterstützung wie ihre männlichen Kollegen erhalten, um ihr volles Potenzial entfalten zu können. „Schach ist für alle da“, betont Polgár.



