Vertragspartner vor dem Aus
Der deutsche Energiekonzern Siemens Energy ist nicht mehr am Bau des ungarischen Atomkraftwerks Paks II beteiligt. Rosatom, der russische Generalunternehmer für das Projekt, hat den Liefervertrag gekündigt. Dies bestätigten beide Unternehmen dem Nachrichtenmagazin Politico.
Keine Verpflichtungen erfüllt?
Laut Rosatom sei der Vertrag Ende 2025 gekündigt worden, da Siemens Energy seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Der russische Staatskonzern betont, nur mit zuverlässigen Partnern zusammenzuarbeiten. Konkrete Details zu den angeblichen Verpflichtungen blieben eine unbeantwortete Frage von Rosatom.
Siemens Energy kontert Darstellung
Ein Sprecher von Siemens Energy stellte klar, dass die Kündigung vom Kunden ausgegangen sei. Sanktionsrechtliche Hindernisse hätten zu keinem Zeitpunkt bestanden. Siemens Energy erfülle seine Pflichten laut Gesetz. Als die Leistung möglich gewesen wäre, habe der Kunde sein Interesse zurückgezogen.
Ersatz für Steuerungselektronik gesucht
Ursprünglich sollte Siemens Energy die nicht-nukleare Steuerungselektronik für zwei neue Reaktorblöcke liefern. Dies entsprach weniger als vier Prozent des gesamten Ausrüstungsumfangs und sei nicht kritisch für das Projekt, so Rosatom. Der russische Konzern prüfe bereits Optionen für russische oder europäische Alternativen.

