Wirtschaftsexperten erwarten Einnahmen von zwei Milliarden Euro

Karneval bringt Milliarden – Köln top, Session kürzer

Karneval bringt Milliarden – Köln top, Session kürzer
Foto: Tanzmariechen im Straßenkarneval (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die fünfte Jahreszeit verspricht erneut ein lukratives Geschäft. Trotz einer kürzeren Karnevalssession rechnet die Wirtschaft mit Einnahmen in Milliardenhöhe. Besonders Köln profitiert als Hotspot vom Brauch, während sich auch Gastronomie und Einzelhandel über satte Umsätze freuen dürfen. Allerdings sind Reisende in der Domstadt mit höheren Kosten konfrontiert.

Karneval: Ein Billionen-Geschäft in Deutschland

Die deutsche Wirtschaft kann sich auch in der kommenden Karnevalssession auf erhebliche Einnahmen einstellen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass der närrische Trubel bundesweit rund zwei Milliarden Euro in die Kassen spülen wird. Damit bewegt sich die Wirtschaftskraft des Karnevals auf dem Niveau der Vorjahre.

Für die Metropole am Rhein, Köln, wird dabei eine zentrale Rolle eingenommen. Die Domstadt allein erwartet Einnahmen von über 850 Millionen Euro. Das entspricht einem stolzen Anteil von mehr als 40 Prozent an den bundesweiten Gesamteinnahmen, was Köln unbestreitbar zum wirtschaftlichen Epizentrum des deutschen Karnevals macht.

Ein leichter Rückgang von rund 100 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr ist dennoch zu verzeichnen. Die Ursache liegt in der diesjährigen kürzeren Session, die 15 Tage weniger Zeit bietet, sowie dem frühen Osterfest im Jahr 2026. Die Zeit zwischen dem 11. November 2025 und dem 18. Februar 2026 ist somit prall gefüllt.

Gastronomie und Handel profitieren

Die größten Profiteure des Karnevalsgeschäfts sind laut der Studie die Gastwirte. Auf die Gastronomie entfallen allein rund 900 Millionen Euro. Dicht gefolgt vom Einzelhandel, der mit dem Verkauf von Kostümen, Süßigkeiten und karnevalistischen Accessoires voraussichtlich 400 Millionen Euro erwirtschaften wird.

Auch im Bereich Transport und Logistik klingeln die Kassen. Rund 290 Millionen Euro werden für Fahrkarten von Bus und Bahn erwartet. Die Hotellerie kann sich über Einnahmen von etwa 210 Millionen Euro für Übernachtungen freuen. Tickets und Wagenbau steuern weitere 162 Millionen Euro bei.

Köln: Teure Nächte für Touristen

Während die rheinischen Hochburgen des Frohsinns die Kassen klingeln hören, müssen Karnevalstouristen in Köln tief in die Tasche greifen. Die Übernachtungspreise während der Hauptkarnevalstage steigen dort im Schnitt um fast 90 Euro. Das ist ein Aufschlag von rund 66 Prozent im Vergleich zu regulären Reisezeiten.

In anderen Städten wie Bremen oder Rottweil sind Preiserhöhungen von über zehn Prozent zu erwarten. Lediglich in Düsseldorf und Mainz zeichnet sich eine leichte Entspannung ab, hier fallen die Preise sogar ein wenig. Dies wird darauf zurückgeführt, dass diese Städte vornehmlich Besucher aus dem regionalen Umfeld anziehen, während Köln eine clientele aus ganz Deutschland und dem Ausland verzeichnet.