Industrie der Industrien unter Druck
„Wir müssen schneller werden, denn ich weiß, dass der Druck der Weltmärkte auf Sie noch zunimmt“, sagte von der Leyen am Mittwoch auf dem Europäischen Industriegipfel in Antwerpen. Jedes Mal, wenn sie von einer Investition höre, die aus Europa abgezogen werde, oder von einer Fabrik, die von der Schließung bedroht sei, denke sie zuerst an die Beschäftigten und an Familien, die vielleicht eine entscheidende Einkommensquelle verlieren. „Ich denke auch daran, was das für Europa als Ganzes bedeutet. Ihre Industrie ist die Industrie der Industrien.“
Investitionen verdoppelt, Bürokratie sinkt
Die Investitionen in den industriellen Wandel wurden von 52 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 115 Milliarden Euro im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Zugleich seien Vorschläge zur Senkung der Bürokratiekosten für Unternehmen um 15 Milliarden Euro jährlich vorgelegt worden.
China als Vorbild für Tempo?
Europa bleibe zwar in vielen Bereichen der Energiewende führend, doch der Wettbewerb verschärfe sich. „Wir beobachten massive Subventionen, staatlich geförderte Überkapazitäten und Marktverzerrungen.“ China exportiere fast doppelt so viel saubere Technologie wie Europa, ein klares Zeichen für sich verschiebende globale Marktpositionen. Es sei „höchste Eile geboten“, um Europas Platz in der neuen Weltwirtschaft zu sichern.
Genehmigungen schneller, Bürokratie weg
Von der Leyen forderte deshalb schnellere Genehmigungsverfahren und eine Vereinfachung der Regeln. Mit einem neuen Windpaket sollen die Genehmigungszeiten um zwei Drittel gekürzt werden. Zudem ist eine Senkung des bürokratischen Aufwands auf europäischer Ebene um 37 Milliarden Euro geplant. Nationale Regierungen und das Europäische Parlament seien nun gefordert, die notwendigen Veränderungen mitzutragen.


