Ein Schauspieler mit Agenten-Vergangenheit

„The Masked Singer“ Halbfinale: Enthüllt! Hinter „Harry Otter“ steckt ein echter Bond-Schurke aus Tübingen

Foto: Foto: Joyn/Willi Weber

Das Halbfinale von „The Masked Singer“ hat für jenen Moment gesorgt, den Fans der Show so lieben: ein kollektives Innehalten, gefolgt von Unglauben. Harry Otter, der flauschige Zauberlehrling mit Silberblick und Lausbuben-Charme, entpuppte sich nicht als TV-Klamaukfigur oder Spaßmacher – sondern als einer der ernstzunehmendsten Schauspieler des Landes. Und einer, der eine Fußnote in der Welt des bekanntesten Agenten der Filmgeschichte hinterlassen hat.

Unter der Maske kam Clemens Schick zum Vorschein – ein Mann, dessen Vita so ungewöhnlich ist, dass man sie eher in einem Filmdrehbuch vermuten würde als in einer Samstagabendshow.

Vom Kloster zur Kinolegende

Schick wurde am 15. Februar 1972 in Tübingen geboren, als Sohn eines Staatsanwalts. Nach dem Abitur am Hölderlin-Gymnasium in Stuttgart versuchte er sich zunächst an der Schauspielschule in Ulm, verließ sie jedoch schon nach einem Jahr. Statt sich in Routinen zu fügen, suchte er das Gegenteil: acht Monate im Kloster der Taizé-Gemeinschaft. Diese Erfahrung prägte seinen Zugang zur Schauspielkunst – nicht laut, nicht auftrumpfend, sondern konzentriert, fragend, immer suchend.

Erst danach ging er an die Berliner Schule für Schauspiel, finanzierte sich mit Jobs als Gärtner, Kellner und Türsteher, bevor er auf Bühnen in Dresden, Stuttgart, Zürich und Berlin Rollen spielte, die ihm den Ruf eines kompromisslosen Charakterdarstellers einbrachten.

Clemens Schick (2025)

Der Sprung auf die große Leinwand

International wahrgenommen wurde Schick, als er im Bond-Film „Casino Royale“ als Handlanger des Bösewichts Le Chiffre agierte. Er stand dabei nicht nur im Schatten einer Legende – er war ein Teil des Mechanismus, der James Bond gefährlich wurde. Diese Rolle öffnete Türen in die internationale Filmwelt, weit entfernt von dem Tübingen, in dem seine Geschichte begonnen hatte.

Von dort aus führte sein Weg zu Serienproduktionen wie „Das Boot“, dem „Barcelona-Krimi“ und der Star-Wars-Serie „Andor“. Schick wurde zu einem bekannten Gesicht – einem dieser Schauspieler, deren Präsenz man spürt, ohne ihren Namen sofort parat zu haben. Genau das machte ihn für „The Masked Singer“ so perfekt: Er verschmilzt mit Figuren, statt sich über sie zu stellen.

Eine Maske, die niemand durchschaute

Rückblickend gab es zahlreiche Hinweise, die auf ihn zeigen konnten. Doch keiner war marktschreierisch, keiner eindeutig. Sie wirkten wie Brotkrumen, die zwar sichtbar waren, aber erst im Nachhinein Sinn ergeben. Einige davon wirkten besonders präzise – aber erst, wenn man wusste, wen man sucht.

Diese Indizien waren die wichtigsten Puzzleteile:

  • Ein kryptischer Bond-Bezug, der zunächst als Gag abgetan wurde
  • Hinweise auf internationale Projekte und Reisen
  • Ein spielerisches Understatement, fern jeder Rampensucht
  • Eine Bühnenpräsenz, die mehr Interpretation als Pose war

Diese Liste wäre für viele Fans eine klare Spur gewesen – wenn jemand den Mut gehabt hätte, sie ernst zu nehmen.

Titel: The Masked Singer; Staffel: 12; Folge: 5; Person: Clemens Schick; Matthias Opdenhövel; Copyright: Joyn/Willi Weber; Fotograf: Willi Weber; Bildredakteur: Nadine Vaders; Dateiname: 3314867.JPG; Rechtehinweis: Dieses Bild darf honorarfrei für redaktionelle Zwecke und nur im Rahmen der Programmankündigung verwendet werden. Andere Veröffentlichungen sind nur nach Rücksprache und ausdrücklicher Genehmigung der Seven.One Entertainment Group GmbH möglich. Nicht für EPG! Verwendung nur mit vollständigem Copyrightvermerk. Das Foto darf nicht verändert, bearbeitet und nur im Ganzen verwendet werden. Es darf nicht archiviert werden. Es darf nicht an Dritte weitergeleitet werden. Aneinanderreihung/Zusammenlegung/Kopplung von Bildern zum Zweck der Erstellung von Slide-Shows o.ä. nicht gestattet; Verbindung/Einfügen/Anfügen von Werbung nicht gestattet. Das Bild kann KI generierte Elemente enthalten. Bei Fragen: [email protected] Voraussetzung für die Verwendung dieser Programmdaten ist die Zustimmung zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Presselounges der Sender der Seven.One Entertainment Group GmbH.

Der Südwesten hat einen Schurken – allerdings einen guten

Die Enthüllung sorgt nicht nur für Klatschpotenzial, sondern verankert sich überraschend tief regional: Tübingen, eine Stadt, die für Universitäten, Philosophen und Bildungsbürger steht, bringt auf einmal einen Mann hervor, der in der Bond-Welt agierte. Ein Kontrast, der so reizvoll ist, dass man ihn fast zweimal erzählen möchte.

Im Rückblick wirkt Schicks Teilnahme wie ein stilles Schauspiel-Statement: Er wollte keine Chartplatzierung, kein Comeback, keinen PR-Funken. Er wollte eine Figur spielen. Harry Otter war kein Kostüm – es war eine Rolle. Und Clemens Schick spielte sie mit derselben Hingabe, mit der er einst im Casino Royale Pokerchips neben Bond-Schurken setzte.

Fazit

Eine Maske ist dann perfekt, wenn niemand auf die Idee kommt, wer dahintersteckt. In diesem Fall war es ein Schauspieler, der alles kann – außer sich selbst zu verraten.

Aus einem Otter wurde ein Moment für die Fernsehgeschichte.
Und aus Tübingen wurde der Ort, an dem ein Bond-Bösewicht nicht endet, sondern beginnt.