Söder fordert Weichenstellung
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für eine umfassende Steuer- und Sozialreform in Deutschland ausgesprochen. In einem Interview mit der Mediengruppe Bayern sprach er von der Notwendigkeit einer „neuen Agenda 2030“. Er bezog sich dabei explizit auf die wegweisenden Reformen unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in den frühen 2000er Jahren und betonte, dass ein „ähnliches Reformpaket“ dringend erforderlich sei.
Steuerpaket im Fokus
Im Steuerbereich sieht Söder Handlungsbedarf, um die breite Mittelschicht zu entlasten. Er schlug eine Senkung der Einkommensteuer vor. Gleichzeitig plädiert er für eine vorgezogene Unternehmenssteuerreform und eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer, um speziell Mittelstand und Familienbetriebe zu stärken.
Mehrleistung durch Mehrarbeit?
Darüber hinaus mahnt Söder eine höhere Arbeitsmotivation an. „Mehrarbeit erzeugt mehr Leistung“, so der CSU-Chef. Er nannte als Beispiel, dass bereits eine Stunde Mehrarbeit pro Woche – umgerechnet zwölf Minuten täglich – das Wirtschaftswachstum spürbar ankurbeln könnte, sogar um fast drei Prozent. Die schnelle Umsetzung von Reformen sei unerlässlich, und Söder kritisierte, dass Landtagswahlen oft zu Verzögerungen führen würden.

