Treffen in Davos – Garantiendokument nach Kriegsende

Selenskyj verkündet Trump-Deal für US-Sicherheitsgarantien

Selenskyj verkündet Trump-Deal für US-Sicherheitsgarantien
Foto: Wolodymyr Selenskyj (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Ein Meilenstein für die Ukraine: Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete nach einem Treffen mit Donald Trump in Davos die prinzipielle Einigung auf US-Sicherheitsgarantien. Konkrete Unterschriften werden jedoch erst nach Kriegsende erwartet und bedürfen der Zustimmung beider Parlamente.

Ukraine erhält US-Sicherheitsgarantien

Nach intensiven Gesprächen in Davos steht fest: Die Ukraine kann auf konkrete Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten zählen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer geklärten Einigung im Beisein von US-Präsident Donald Trump.

Das schriftliche Abkommen, das die Zusagen festigen soll, ist jedoch noch Zukunftsmusik. Selenskyj stellte klar, dass die offizielle Unterzeichnung erst nach Abschluss des Krieges erfolgen könne. Anschließend müsse das Dokument sowohl vom US-Kongress als auch vom ukrainischen Parlament ratifiziert werden.

Treffen mit Russland und direkter Appell

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen auf höchster Ebene kündigte Selenskyj ein wichtiges Treffen an. Vertretungen aus der Ukraine, Russland und den USA sollen am Wochenende in den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammenkommen. Es wäre das erste Mal seit Beginn der russischen Invasion, dass diese drei Akteure an einem Tisch sitzen.

Kritik an Europa – „Groundhog Day“ in Davos

Selenskyj nutzte die Bühne in Davos, um die aktuelle Lage seines Landes eindringlich zu beschreiben. Er verglich den zermürbenden Kriegsverlauf mit dem Film „Groundhog Day“, in dem sich jeden Tag die gleichen Ereignisse wiederholen. „Jahrelang immer dasselbe zu wiederholen. Und doch ist es genau das, wie wir jetzt leben“, so der Präsident.

Er erneuerte seine Kritik an den fortlaufenden Öllieferungen Russlands in die EU und geißelte die mangelnde Nutzung eingefrorener russischer Vermögen für die ukrainische Sache. Besonders scharf ging Selenskyj mit europäischen Staats- und Regierungschefs ins Gericht. „Viele sagen, wir müssen stark bleiben, und sie wollen immer, dass irgendjemand anders ihnen sagt, wie lang sie so stark bleiben müssen“, monierte er und warf ihnen vor, auf andere Mächte zu hoffen, anstatt selbst aktiv zu werden. „Europa kann und muss eine bessere Welt aufbauen. Eine Welt ohne Krieg natürlich, aber dafür benötigt Europa Kraft und dafür müssen wir gemeinsam handeln und dafür müssen wir schnell handeln.“