Russischer Konzern zieht sich Technik-Lieferanten zurück

Rosatom kündigt Siemens Energy für Paks II

Foto: Atomkraftwerk (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Siemens Energy ist nicht mehr Technik-Lieferant beim Bau des ungarischen Atomkraftwerks Paks II. Der russische Atomkonzern Rosatom hat den Vertrag beendet. Als Grund nennt Rosatom die angeblich nicht erfüllten Vertragspflichten von Siemens Energy, das Unternehmen selbst verweist auf den Kunden.

Vertrag Ende 2025 gekündigt

Der russische Atomkonzern Rosatom hat den Liefervertrag mit Siemens Energy für das Atomkraftwerk Paks II gekündigt. Wie beide Unternehmen dem Nachrichtenmagazin Politico bestätigten, wurde der Vertrag Ende 2025 beendet. Siemens Energy ist somit nicht mehr als Techniklieferant für das umstrittene Bauprojekt im Einsatz.

Rosatom nennt Vertragsbruch

Als Grund für die Kündigung nannte Rosatom, dass Siemens Energy seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt habe. Der russische Staatskonzern betonte, mit zuverlässigen Partnern zusammenzuarbeiten. Welche spezifischen Verpflichtungen gemeint waren, blieb jedoch unbeantwortet.

Siemens Energy weist Schuld von sich

Ein Sprecher von Siemens Energy stellte jedoch klar: „Die Kündigung des Vertrags über die Lieferung des Leittechniksystems für das Projekt Paks II ging vom Kunden aus.“ Zum Zeitpunkt der Kündigung habe es keine sanktionsrechtlichen Hindernisse gegeben. Siemens Energy erfülle seine Pflichten im Einklang mit nationalen und internationalen Gesetzen. Als die Lieferung noch möglich gewesen wäre, habe der Kunde sein Interesse bereits zurückgezogen.

Erste Ersatzlieferanten gesucht

Ursprünglich sollte Siemens Energy die Steuerungselektronik für die beiden neuen Reaktorblöcke liefern. Dies betraf den nicht-nuklearen Teil des Projekts. Die Verträge waren 2019 und 2020 gemeinsam mit dem französischen Atomkonzern Framatome geschlossen worden. Rosatom ist nun auf der Suche nach einem neuen Anbieter. Die Technik von Siemens Energy machte laut Rosatom weniger als vier Prozent des gesamten Ausrüstungsumfangs aus und als nicht kritisch eingestuft. „Diese Ausrüstung kann durch russische oder europäische Alternativen ersetzt werden“, teilte der russische Konzern mit und prüft bereits entsprechende Optionen.