Personalisierte Krebsmedizin in Heidelberg

Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen: Heidelberger Forscher verlängern mit personalisierter Therapie das Leben deutlich

Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen: Heidelberger Forscher verlängern mit personalisierter Therapie das Leben deutlich
Bild: Philiphoekstra (talk) (Uploads) – Übertragen aus en.wikipedia nach Commons., Gemeinfrei, Link
Brustkrebs im metastasierten Stadium gilt noch immer als Schocksatz für viele Frauen. Die Prognose ist oft schlecht – rund 18.500 Frauen sterben jedes Jahr in Deutschland daran. Jetzt melden Forschende aus Heidelberg einen wichtigen Erfolg: Personalisierte Therapien, abgestimmt auf das Erbgut des Tumors, bringen vielen Patientinnen messbare Vorteile.
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Was die Heidelberger Studie zeigt

Am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Medizinischen Fakultät Heidelberg und dem Universitätsklinikum Heidelberg wurden im Rahmen der CATCH-Studie mehr als 400 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs begleitet.

Bei 412 Patientinnen konnte das Tumorerbgut komplett durchleuchtet werden – inklusive Tumor-DNA und Tumor-RNA. Die Ergebnisse wurden im molekularen Tumorboard mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachrichtungen besprochen. Auf dieser Basis traf das Team individuelle Therapieentscheidungen.

Das Besondere: Die Forschenden suchten nicht nur nach Standard-Mutationen, die viele Tests abdecken. Mit den umfassenden Analysen fanden sie Biomarker, die in üblichen Paneltests gar nicht auftauchen würden – und konnten so zusätzliche Angriffspunkte für Medikamente identifizieren.

Fast jede zweite Patientin mit neuer, gezielter Therapie

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

  • 44 Prozent der Frauen erhielten eine gezielte, biomarkerbasierte Behandlung, die das Tumorboard empfohlen hatte.
  • Bei einem Drittel dieser Patientinnen hielt die Krankheit mindestens 50 Prozent länger an, bis sie weiter voranschritt – verglichen mit der vorherigen Standardtherapie.

Heißt in einfachen Worten:
Für einen Teil der Frauen konnte das Fortschreiten des Krebses deutlich hinausgezögert werden – und das in einer Situation, in der die Optionen oft begrenzt sind.

Viele der eingesetzten Medikamente waren zum Zeitpunkt der Behandlung noch off-label, also außerhalb der offiziellen Zulassung für Brustkrebs im Einsatz. Rückblickend zeigt sich: Ein großer Teil dieser Wirkstoffe ist inzwischen tatsächlich für Brustkrebs zugelassen – ein starkes Signal, wie früh die Heidelberger Teams hier unterwegs waren.

Was die Ärzte sagen

Studien-Seniorautor Andreas Schneeweiss vom NCT Heidelberg betont, dass eine ganzheitliche molekulare Analyse den Unterschied machen kann:
Die Daten zeigen, dass sich dadurch Therapiechancen nutzen lassen, die sonst unentdeckt geblieben wären – und die Patientinnen konkret profitieren.

Mitautor Peter Lichter vom DKFZ sieht in den Ergebnissen einen klaren Beweis, dass eine datenbasierte, individuell zugeschnittene Behandlung bei metastasiertem Brustkrebs zu besseren Ergebnissen führen kann. Für ihn ist CATCH ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung der personalisieren Krebsmedizin – weit über Heidelberg hinaus.

Was steckt hinter CATCH?

CATCH steht für:
„Comprehensive assessment of clinical features and biomarkers to identify patients with advanced or metastatic breast cancer for marker driven trials in humans“

Übersetzt:
Es geht darum, klinische Daten und Biomarker so umfassend zu erfassen, dass Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs die für sie bestmögliche, passgenaue Studie oder Therapie erhalten können.

Die Studie zeigt:

  • Präzisionsonkologie ist im Alltag einer Uniklinik machbar.
  • Sie bringt konkrete Vorteile beim progressionsfreien Überleben.
  • Und sie kann helfen, neue Medikamente früh sinnvoll einzusetzen.

Warum Heidelberg hier vorne mitspielt

Der Erfolg der CATCH-Studie ist kein Zufall. In Heidelberg arbeiten mehrere starke Partner eng zusammen:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
  • Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät

Ziel: Neue Erkenntnisse so schnell wie möglich von der Forschung ans Krankenbett zu bringen. Dazu gehören auch weitere Einrichtungen wie das Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) oder das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK).

Was die Ergebnisse für Patientinnen bedeuten

Für betroffene Frauen bedeutet die Studie vor allem eines: Hoffnung auf individuell bessere Therapiechancen – selbst in einem späten Stadium der Erkrankung.

Die Botschaft der Heidelberger Forschenden:
Wenn der Tumor genetisch genau analysiert wird und Expertenteams gemeinsam entscheiden, kann sich das ganz konkret auf Ansprechen und Überleben auswirken. Personalisierte Krebsmedizin ist damit nicht nur ein Schlagwort, sondern für viele bereits klinische Realität.

Quelle:
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Universitätsklinikum Heidelberg, NCT Heidelberg

Publikation:
Hlevnjak M. et al. Delivering precision oncology in metastatic breast cancer: Clinical impact of comprehensive genomic profiling – The CATCH experience. International Journal of Cancer, 2025. DOI: 10.1002/ijc.70208

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