CDU-Chef sieht AfD in der Pflicht

Merz erwägt Gesetze gegen Vetternwirtschaft

Merz erwägt Gesetze gegen Vetternwirtschaft
Foto: Friedrich Merz am 14.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz schließt angesichts der von ihm kritisierten Verflechtungen in der Politik strengere gesetzliche Regelungen gegen Vetternwirtschaft nicht aus. Besonders mit Blick auf die AfD übt er scharfe Kritik und fordert eine klare Konfrontation. Merz sieht zudem Versäumnisse der eigenen Partei, die der AfD Nährboden geboten hätten.

Friedrich Merz rüttelt am Fundament

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine bemerkenswerte Aussage getroffen, die die politische Debatte neu entfachen dürfte. Er schließt strengere Gesetze gegen die Praxis der Vetternwirtschaft in der Politik nicht aus, insbesondere wenn es um die unerlaubte Vorteilsbeschaffung zugunsten von Familienangehörigen geht.

Seine scharfe Kritik richtet sich dabei vor allem gegen die AfD. „Die Partei ist geprägt von einer tief verankerten Filz- und Vetternwirtschaft“, sagte Merz gegenüber den Zeitungen der „Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft“ und der „Rheinpfalz“. Er bedauere die Notwendigkeit solcher Maßnahmen, räumte jedoch ein: „Angesichts des Ausmaßes des Missbrauchs werden wir aber möglicherweise nicht darum herumkommen.“

Konfrontation statt Akzeptanz

Merz riet seiner eigenen Partei, die AfD nicht nur inhaltlich hart zu stellen. Eine wichtige Strategie sei es, „sie auch als die Partei der vermeintlichen Saubermänner und Patrioten mit ihrem tatsächlichen Verhalten konfrontieren.“ Diese klare Ansage zeigt den Ernst der Lage, wie Merz ihn einschätzt.

Eigene Partei in der Verantwortung

Den Erfolg der AfD führt Merz auch auf eigene Fehler der CDU zurück. „Die CDU hat zu lange zu viel Raum gelassen für die Themen, die heute von der AfD in einer völlig unzulässigen Vereinfachung beherrscht werden, zum Beispiel das Thema Migration“, so Merz. Eine deutliche Selbstkritik, die Raum für Reflexion lässt.

Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt Merz unter seiner Ägide kategorisch aus. „Ich kann nur für mich sagen: Solange ich Parteivorsitzender der CDU bin, ist eine Zusammenarbeit mit dieser Partei ausgeschlossen. Ich bin nicht bereit, diese Republik und ihre Erfolgsgeschichte aufs Spiel zu setzen, nur um kurzfristig politische Mehrheiten in den Parlamenten zu haben.“ Die Wahl eines AfD-Ministerpräsidenten mit Stimmen der CDU hält Merz demnach für „undenkbar“.