Differenzierte Debatte statt pauschalem Verbot

Grüne fordern Jugendforum zu Social Media

Grüne fordern Jugendforum zu Social Media
Foto: Junge Menschen im Gespräch (Archivbild), via dts Nachrichtenagentur

Nach dem Vorstoß von CDU-Chef Merz, Social-Media-Plattformen für Kinder zu verbieten, plädiert die grüne Bundestagsfraktion für eine breitere Diskussion. Neben möglichen Altersgrenzen sollen auch süchtig machende Algorithmen in den Fokus rücken. Die Partei plant ein Jugendforum, um von Betroffenen zu lernen.

Debatte um Social Media und Kinder

Angesichts der Diskussion um den Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken hat Andreas Audretsch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, zu einer differenzierten Herangehensweise aufgerufen. Er reagierte damit auf Äußerungen von CDU-Chef Friedrich Merz, der ein Verbot von Social-Media-Plattformen für Kinder befürwortet.

Audretsch betonte gegenüber RTL und ntv, dass es nicht nur um die Frage eines pauschalen Verbots ab bestimmten Altersgrenzen gehe. Vielmehr müsse auch diskutiert werden, wie schädliche Mechanismen, wie etwa auf die Sucht ausgelegte Algorithmen, reguliert werden könnten. Die Grünen wollen diese Debatte nicht nur auf politischer Ebene führen, sondern auch die Perspektiven der jungen Nutzer einbeziehen.

„Wir wollen als Grüne ein Jugendforum einberufen, um dann ganz exakt zu prüfen, auch mit Jugendlichen zusammen: Wie funktioniert das denn am besten?“, kündigte Audretsch an. Ziel sei es, gemeinsam mit den jungen Menschen herauszufinden, welche Maßnahmen am effektivsten seien, um sie vor den Gefahren digitaler Plattformen zu schützen.

Der grüne Politiker skizzierte einen zweigleisigen Ansatz für die Umsetzung: Einerseits seien klare gesetzliche Anforderungen und harte Regeln unerlässlich. Andererseits sei die Förderung von Medienkompetenz und Bildung entscheidend. Junge Menschen müssten lernen, wie sie sich auf diesen Plattformen richtig bewegen und kritisch mit den dort präsentierten Inhalten umgehen können. Diese Kombination aus Regulierung und Befähigung sieht die Partei als den richtigen Weg.