Wann die Ergebnisse vorliegen
Am 19. und 20. November haben die Viertklässler den Kompass-4-Test geschrieben. Laut Kultusministerium werden die Resultate Mitte Dezember bekannt gegeben, in manchen Schulen aber erst im Januar. Die Rückmeldung erfolgt im Rahmen von Informations- und Beratungsgesprächen mit den Klassenlehrkräften, in denen Eltern ein offizielles Formblatt mit den Ergebnissen erhalten.
Wie die Rückmeldung aussieht
Das Formblatt enthält das Gesamtergebnis und eine Niveaustufe, die Orientierung bietet:
- G-Niveau (grundlegend) für die Werkrealschule
- M-Niveau (mittleres Niveau) für die Realschule
- E-Niveau (erweitert) für das Gymnasium
Die Testarbeiten selbst bleiben in der Schule. Eltern können aber auf Wunsch gegen Gebühr eine Kopie erhalten oder Fotos davon machen.
Wann die Grundschulempfehlung ausgegeben wird
Die eigentliche Grundschulempfehlung, offiziell „Rückmeldung für den weiteren Bildungsweg“, wird Mitte Februar zusammen mit den Halbjahresinformationen ausgegeben. Sie ist entscheidend für die Anmeldung an einer weiterführenden Schule. Für das Gymnasium ist entweder ein E-Niveau im Kompass-4-Test oder die Empfehlung der Lehrkräfte notwendig. Liegt beides nicht vor, kann das Kind noch den sogenannten Potenzialtest ablegen.
Termine für den Potenzialtest
Für das Schuljahr 2025/2026 gelten folgende Termine:
- Anmeldung am Samstag, 7. Februar 2026, sowie 9. bis 11. Februar 2026
- Durchführung am Dienstag, 24. Februar 2026
- Nachtermin am Dienstag, 3. März 2026
Wie wichtig der Kompass-4-Test ist
„Es ist kein Grundschul-Abitur, der Leistungstest ist eine zweite Chance“, betont Vittorio Lazaridis, Abteilungsleiter im Kultusministerium. Entscheidend bleibe die Einschätzung der Lehrkräfte, die die Kinder über längere Zeit kennen. Kompass 4 solle vor allem jenen Schülerinnen und Schülern helfen, deren Potenzial bislang nicht vollständig sichtbar war.
Kritik von der GEW
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg sieht den Nutzen des Tests weiterhin kritisch. Der angebliche Beratungsmehrwert überzeuge nicht, so die GEW. Die Lehrkräfte seien die pädagogischen Profis, und es sei fraglich, welchen zusätzlichen Wert Kompass 4 tatsächlich biete.
Wie die Grundschulempfehlung entsteht
Die Grundschulempfehlung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: der Einschätzung der Lehrkräfte, dem Wunsch der Eltern und dem Ergebnis des Kompass-4-Tests. Stimmen zwei dieser drei Faktoren überein, entscheidet das über die empfohlene Schulart.
So kann ein Kind auch dann aufs Gymnasium wechseln, wenn der Test nicht optimal ausgefallen ist – sofern Lehrkräfte und Eltern dies gemeinsam unterstützen.

