Teuerung im Jahresverlauf
Die Verbraucherpreise sind im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,1 Prozent gestiegen. Damit liegt die Inflationsrate über dem Wert des Vormonats Dezember 2025, als sie bei 1,8 Prozent lag. Ende 2025 hatten sich die Preise bereits stärker erhöht als im November und Oktober, wo die Teuerungsrate bei jeweils 2,3 Prozent verharrte.
Nahrungsmittel treiben Preise hoch
Besonders auffällig ist die Verteuerung von Nahrungsmitteln. Im Januar waren diese um 2,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, nach nur 0,8 Prozent im Dezember. Die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, betonte, dass der Preisanstieg bei Lebensmitteln zuletzt unter der Gesamtteuerung lag. „Vor allem verteuerten sich Nahrungsmittel im Januar stärker als in den vorangegangenen Monaten“, erklärte Brand. Besonders stark schlugen die Preise für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren zu – ein Plus von 10,9 Prozent, darunter Schokolade mit satten 21,0 Prozent. Auch Obst (+6,1 Prozent) und Fleisch (+4,9 Prozent) wurden spürbar teurer. Deutlich günstiger hingegen waren Speisefette und -öle (-20,1 Prozent), Butter (-33,0 Prozent) und Olivenöl (-13,5 Prozent). Auch Molkereiprodukte (-3,5 Prozent) und Kartoffeln (-10,1 Prozent) verbilligten sich, während Eier (+12,5 Prozent) teurer wurden.
Dienstleistungen bleiben Dauerbrenner
Auch Dienstleistungen trugen zur gestiegenen Inflation bei. Sie verteuerten sich um 3,2 Prozent. Diese Entwicklung ist seit Januar 2024 konstant über der Gesamtteuerung. Besonders stark stiegen die Preise für soziale Einrichtungen (+7,1 Prozent) und für die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 Prozent). Letzteres ist auch auf die Erhöhung des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro zurückzuführen. Wartung und Reparaturen von Fahrzeugen (+5,2 Prozent), Versicherungen für die Gesundheit (+4,4 Prozent) sowie Wasserversorgung (+3,6 Prozent) sind ebenfalls teurer geworden. Sogar Gaststättendienstleistungen (+3,6 Prozent) zogen an, obwohl die Mehrwertsteuer gesenkt wurde.
Energiepreise fallen weiter
Ein Lichtblick sind die Energiepreise. Sie sanken im Januar 2026 um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach einem Rückgang von 1,3 Prozent im Dezember. Haushaltsenergie verbilligte sich insgesamt um 3,2 Prozent. Strom kostete 3,2 Prozent weniger, was unter anderem auf reduzierte Übertragungsnetzentgelte zurückgeführt werden kann. Gas inklusive Umlage wurde um 2,5 Prozent günstiger, Fernwärme um 0,8 Prozent. Die Abschaffung der Gasspeicherumlage wirkte hier preisdämpfend. Bei fossilen Brennstoffen gab es gemischte Entwicklungen: Heizöl wurde deutlich günstiger (-10,2 Prozent), während Kraftstoffe leicht im Preis stiegen (+0,5 Prozent).
Kerninflation überdurchschnittlich hoch
Die Kerninflation, also die Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel, lag im Januar 2026 bei satten 2,5 Prozent. Auch die Rate ohne reine Energiepreise zeigte mit +2,5 Prozent, dass die Preissteigerungen in vielen anderen wichtigen Güterbereichen überdurchschnittlich hoch geblieben sind.


