Kritik an der Politik
Michel Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, spart nicht mit deutlichen Worten. „Die Lage verschärft sich gerade mit Blick auf die kalte Witterung“, sagte er der „Rheinischen Post“. Die aktuelle Wetterlage zeigt laut Kellner deutliche Schwächen in der Planung auf.
„In der Ostsee kann aufgrund von Vereisung nicht entladen werden. In Bayern sind die Speicher so leer, dass Volumen aus Österreich kommen muss. Ohne die gute Vorsorge unserer Nachbarn wäre es knapp“, erklärte Kellner zur ernsten Lage.
Warnungen ignoriert?
Kellner wirft der Ministerin vor, die Warnungen der Grünen seit August ignoriert zu haben. „Wirtschaftsministerin Reiche hat unsere Warnungen seit August weggelächelt“, sagte er. Nun müsse sie erklären, welche konkreten Maßnahmen sie für die bevorstehende Heizsaison plant. Ein „normaler Winter“ dürfe nicht zu derart gravierenden Risiken führen, so der Grünen-Politiker.
Bundeswirtschaftsministerin Reiche wird sich auf Antrag der Grünen noch am heutigen Dienstag einem nichtöffentlichen Gespräch im Bundestags-Wirtschaftsausschuss stellen. Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, wird auf Wunsch Reiches an der Videokonferenz teilnehmen.

