Weniger Trauungen: Statistiker schlagen Alarm

Heiratsmuffel in Deutschland: Tiefststand seit Jahrzehnten erreicht

Foto: Standesamt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Deutschland erlebt einen historischen Tiefstand bei Eheschließungen. Alda 2024 gaben sich so wenige Paare das Ja-Wort wie seit über 70 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter bei der ersten Heirat – und auch bei Scheidungen sind die Partner älter als früher. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen einen deutlichen Wandel in Beziehungsstrukturen.

Rekordtief bei Hochzeiten

Noch nie seit 1950 haben sich in Deutschland so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben. Im vergangenen Jahr 2024 erreichte die Zahl der Eheschließungen den niedrigsten Stand seit Beginn der offiziellen Erhebung. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) wurden insgesamt nur 349.200 Ehen geschlossen. Das ist ein besorgniserregender Trend, der tiefere gesellschaftliche Veränderungen widerspiegelt.

Dabei blieben die meisten Ehen monogam: Über drei Viertel der 698.400 Eheleute, die 2024 den Bund fürs Leben schlossen, traten erstmals vor den Traualtar. Nur eine kleine Minderheit von knapp drei Prozent entschieden sich für eine gleichgeschlechtliche Ehe, eine Option, die seit 2018 statistisch erfasst wird.

Verheiratet? Ja, aber später.

Die Statistik zeigt auch: Die Deutschen lassen sich Zeit mit dem Heiraten. Das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung ist im Vergleich zu 1994 deutlich gestiegen. Frauen sind bei ihrer ersten Heirat heute im Schnitt 32,9 Jahre alt, Männer sogar 35,3 Jahre. Damals waren die Frischvermählten noch deutlich jünger, mit 27,1 Jahren für Frauen und 29,4 Jahren für Männer.

Auch wenn sie sich trennen, sind die Partner älter geworden. Ehen werden im Schnitt länger gehalten, aber die Scheidungsrate im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Im Jahr 2024 wurden gut 129.300 Ehen geschieden, ein marginales Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, welches bereits den niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung verzeichnete.

Der Anteil der verheirateten Erwachsenen an der Gesamtbevölkerung sinkt kontinuierlich. Ende 2024 lebten 34,6 Millionen Menschen in Deutschland in einer Ehe, was rund 50 Prozent der über 18-Jährigen entspricht. Vor 30 Jahren lag dieser Anteil noch bei 60 Prozent. Umgekehrt stieg die Zahl der ledigen Erwachsenen auf 23,1 Millionen.