KI und Wandel als Treiber
Der Versicherer Ergo will in Deutschland bis einschließlich 2030 rund 1.000 Arbeitsplätze abbauen. Dies entspricht einem jährlichen Rückgang um etwa 200 Stellen. Die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern wurde im Rahmen eines Interessenausgleichs erzielt. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis dahin ausgeschlossen bleiben. Derzeit beschäftigt Ergo in Deutschland knapp 17.000 Mitarbeiter.
Freiwilligkeit als Prinzip
Lena Lindemann, Personalvorständin von Ergo, begründet den Schritt mit den aktuellen Herausforderungen: „komplexen Herausforderungen mit einem volatilen Marktumfeld, dem demografischen Wandel und den technologischen Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz“. Insbesondere der verstärkte Einsatz von KI werde dazu führen, dass bestimmte Funktionen zukünftig weniger benötigt würden. Die Reduzierung der Stellen soll über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und Abfindungsprogramme erfolgen. Lindemann betonte: „Freiwilligkeit bleibt das zentrale Prinzip. Niemand geht gegen seinen Willen.“
Qualifizierung für die Zukunft
Parallel zum Stellenabbau setzt Ergo auf die Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Geplant sind aktuell rund 500 sogenannte Reskilling-Plätze, um Beschäftigte für neue Aufgaben zu qualifizieren. Bereits in diesem Jahr sollen etwa 260 solcher Plätze zur Verfügung stehen. „Wir wollen das Effizienzpotenzial von KI heben, aber zugleich die Mitarbeiter befähigen, in anderen Jobs für uns zu arbeiten“, erklärte Lindemann.
Teil einer größeren Strategie
Das Sparprogramm ist ein integraler Bestandteil der Strategie 2030 der Ergo-Mutter Munich Re. Der Konzern strebt bis 2030 Einsparungen in Höhe von insgesamt 600 Millionen Euro an. Für das laufende Jahr prognostiziert Munich Re einen Nettogewinn von 6,3 Milliarden Euro, was eine Erhöhung um 300 Millionen Euro gegenüber dem bisherigen Ziel für 2025 darstellt. Ergo soll dabei rund 900 Millionen Euro zum Gesamtergebnis beitragen.

