Siemens neuer Börsenkönig

DAX schließt kaum verändert – Siemens überholt SAP bei Börsenwert

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex hat am Donnerstag einen Großteil seiner Gewinne eingebüßt und schloss letztlich nur knapp unter Vortagesniveau. Ein bemerkenswerter Wechsel an der Spitze der wertvollsten deutschen Unternehmen wurde allerdings durch den Kursanstieg von Siemens und die Quartalszahlen ausgelöst.

Börsenwahlkampf

Der DAX hat am Donnerstag eine Achterbahnfahrt hinter sich und schloss am Ende mit einem leichten Minus. Trotz nahezu ganztägiger Gewinne reichte es für den DAX-Index nur zu 24.853 Punkten, ein Rückgang von 0,01 Prozent zum Vortagesschluss.

Börsenriese Siemens

Die Börse hat am Donnerstag ein bemerkenswertes Schauspiel geboten: Erst kletterte der DAX deutlich über die 25.000er-Marke – befeuert von Schwergewichten wie der Deutschen Telekom, Continental und der Hannover Rück. Doch im späten Handel verlor der Index wieder an Schwung. Am Ende des Tages befanden sich Heidelberg Materials, Scout24 und die Deutsche Post am Ende der Kursliste.

Der Grund für die anfängliche Stärke lag in den Kursgewinnen der alten und neuen Schwergewichte, wie Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, erklärt. Insbesondere das Technologieunternehmen Siemens hat nach Veröffentlichung seiner Quartalszahlen den Softwaregiganten SAP überholt und ist damit wieder das wertvollste börsennotierte deutsche Unternehmen. SAP musste dem Industriestandardkonzern den Vortritt lassen.

Doch Lipkow mahnt zur Vorsicht: „Nach der Kursschwäche am Nachmittag muss sich im Dax allerdings in den kommenden Tagen zeigen, ob aus der heutigen Bewegung ein nachhaltiger Sprung über die psychologische Kursmarke von 25.000 Punkten werden kann.“ Sollte dies gelingen, seien auch wieder neue Rekorde „in den Bereich des Möglichen“ gerückt.

Euro und Öl im Sinkflug

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagnachmittag ebenfalls schwächer. Ein Euro kostete nur noch 1,1870 US-Dollar. Auch die Ölpreise gaben nach. Ein Fass der Nordseemarke Brent sank gegen 17 Uhr auf 68,19 US-Dollar, was einem Rückgang von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht.