Merz als „richtiger Kanzler“
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat am Freitag Friedrich Merz als den „richtigen Kanzler zur richtigen Zeit“ bezeichnet. Dennoch gestand er Probleme ein: „Die hohe Verschuldung nach der Bundestagswahl hängt uns bis heute nach.“ Linnemann forderte deshalb, „die notwendigen Reformen jetzt konsequent umzusetzen.“ Erste Schritte seien zwar getan, doch das Ziel müsse sein, „durch harte Arbeit und gute, sichtbare Ergebnisse Vertrauen zurückzugewinnen.“
Koch warnt vor Stillstand
Auch Roland Koch, langjähriger Vertrauter Merz‘ und ehemaliger hessischer Ministerpräsident, betonte die enge Bindung des Parteichefs zur CDU. Mit Blick auf die Reformvorhaben räumte Koch jedoch ein, dass „natürlich“ nicht genug geschehe. Ein Christdemokrat kann doch auch mit der aktuellen Situation nicht wirklich zufrieden sein.“ Er machte die Sozialdemokraten für die trübe Lage mitverantwortlich und sprach von einer Fehleinschätzung der strategischen Leitentscheidung der SPD nach der Bundestagswahl.
Prien bittet um Geduld
Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Karin Prien warb derweil um Geduld. „Manche sind nach der Rückkehr der CDU ins Kanzleramt enttäuscht, dass ihre Vorstellungen sich noch nicht von jetzt auf gleich verwirklicht haben“ sagte die Bildungsministerin. Sie selbst sei es nicht. Prien beschrieb Merz als „klassischen Mitte-Politiker, der sich klar geltenden demokratischen Verfahren verpflichtet fühlt, so mühsam es manchmal sein möge.“ Manche wünschten sich offenbar einen disruptiveren Kurs.
Am Freitagnachmittag wird Merz auf dem Parteitag voraussichtlich erneut als Vorsitzender bestätigt. Bei seiner letzten Wahl im Jahr 2024 hatte er rund 90 Prozent der Stimmen erzielt.
