Merz als „richtige Wahl zur richtigen Zeit“
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat die Entscheidung für Friedrich Merz als Parteivorsitzenden verteidigt. „Merz ist genau der richtige Kanzler zur richtigen Zeit“, sagte Linnemann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Dennoch räumte er Probleme ein, die die Union bis heute belasten. Die hohe Verschuldung nach der Bundestagswahl hängt uns bis heute nach“, erklärte er. Um Vertrauen zurückzugewinnen, müssten die angekündigten Reformen nun „konsequent umgesetzt werden“, so Linnemann. Erste Schritte seien bereits erfolgt, doch das Ziel sei „harte Arbeit und gute, sichtbare Ergebnisse“.
Kochs klare Worte zur Parteizugehörigkeit
Roland Koch, ein langjähriger Weggefährte von Merz und ehemaliger hessischer Ministerpräsident, betonte die tiefe Verbundenheit von Merz zur CDU. „Der Satz Angela Merkels über die CDU, sie sei `die Partei, der ich nahestehe`, wäre Merz niemals über die Lippen gekommen“, sagte Koch.
Koch bemängelte, dass bei den angestrebten Reformen noch nicht genug geschehe. „Ein Christdemokrat kann doch auch mit der aktuellen Situation nicht wirklich zufrieden sein.“ Er machte dafür allerdings die Sozialdemokraten verantwortlich. „Wir haben uns nach der Bundestagswahl über die strategische Leitentscheidung der SPD getäuscht“, so Koch. Die Mehrheit der Christdemokraten habe angenommen, die SPD verfolge im Interesse des Landes einen breiteren Kurs.
Prien appelliert an die Geduld
Karin Prien, stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende, warb für mehr Geduld. „Manche sind nach der Rückkehr der CDU ins Kanzleramt enttäuscht, dass ihre Vorstellungen sich noch nicht von jetzt auf gleich verwirklicht haben“, sagte die Bildungsministerin der Zeitung. Sie selbst gehöre nicht dazu. Merz sei ein klassischer Mitte-Politiker, der sich an demokratische Verfahren halte. „Manche hätten es gern disruptiver, auch in unserer Partei.“
Am Freitagnachmittag soll Friedrich Merz auf dem Bundesparteitag in Stuttgart erneut als Vorsitzender bestätigt werden. Bei seiner letzten Wahl 2024 erreichte er knapp 90 Prozent der Stimmen.
