Personelle Konsequenzen

KI-Skandal im „heute journal“: ZDF zieht Konsequenzen – New-York-Korrespondentin abberufen

KI-Skandal im „heute journal“: ZDF zieht Konsequenzen – New-York-Korrespondentin abberufen

Nicola Albrecht muss nach dem Ki-Skandal ihrer Posten räumen

Foto: Foto: ZDF / Svea Pietschmann.

Das ZDF hat am 20. Februar 2026 die sofortige Abberufung seiner New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht bekanntgegeben. Hintergrund sind schwerwiegende Verstöße gegen journalistische Standards im „heute journal“ vom 15. Februar, darunter der Einsatz KI-generierter Bilder ohne Einordnung.

Zusammenfassung

  • ZDF überprüft Beitrag im „heute journal“ vom 15. Februar 2026
  • Zwei Videoszenen problematisch: eine aus falschem Kontext, eine KI-generiert
  • Interne Richtlinien zur Nutzung von KI-Material missachtet
  • Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen
  • Maßnahmenkatalog zur Sicherung journalistischer Standards angekündigt

KI-Videos im „heute journal“

Nach Angaben des Senders hatte die Korrespondentin zuvor bereits am 13. Februar 2026 im „Mittagsmagazin“ über die Angst von Kindern vor Festnahmen durch die US-Behörde ICE berichtet. Dieser Beitrag sei „nicht zu beanstanden“ gewesen, teilte das ZDF mit.

Für das „heute journal“ vom 15. Februar wurde der Beitrag überarbeitet. Dabei verwendete die Journalistin zwei zusätzliche Videoszenen aus dem Internet. Eine Szene zeigte jedoch eine Festnahme in Florida aus dem Jahr 2022 und stand in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung. Die zweite Sequenz war KI-generiert.

Nach den internen KI-Richtlinien des Senders hätte KI-generiertes Material „ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung“ nicht eingesetzt werden dürfen. Zudem sei eine „nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung“ der Herkunft der anderen Szene unterblieben.

Chefredaktion spricht von großem Schaden

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erklärte in einer Mitteilung: „Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung.“

Frau in blauer Blazerjacke steht mit verschränkten Armen.

Chefredakteurin Bettina Schausten

Foto: Foto: ZDF / Marcus Hoehn

Weiter kündigte sie an, man arbeite derzeit an einem Maßnahmenkatalog, „um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden.“

Das ZDF betont, dass auch die Schlussredaktion des „heute journals“ bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz hätte erkennen müssen.

Umgang mit KI im Journalismus

Der Vorfall wirft erneut Fragen zum Umgang mit KI-generierten Inhalten im Journalismus auf. Öffentlich-rechtliche Sender wie das ZDF haben interne Leitlinien zur Nutzung solcher Materialien erarbeitet. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und Manipulation oder Irreführung zu vermeiden.

Medienethiker verweisen seit Längerem darauf, dass KI-generierte Bilder oder Videos klar gekennzeichnet und redaktionell eingeordnet werden müssen, um die Glaubwürdigkeit journalistischer Angebote nicht zu gefährden.

Konsequenzen und Ausblick

Mit der sofortigen Abberufung der Korrespondentin zieht das ZDF personelle Konsequenzen. Welche weiteren Maßnahmen der angekündigte Katalog enthalten wird, ist bislang nicht bekannt.

Der Fall zeigt, wie sensibel der Einsatz neuer Technologien im Nachrichtenbereich ist. Für Medienhäuser steht dabei viel auf dem Spiel: das Vertrauen ihres Publikums. Ob die angekündigten Reformen ausreichen, um dieses Vertrauen nachhaltig zu sichern, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.