Warum die Buurefasnet eine Woche später gefeiert wird
Die Buurefasnet oder „Alte Fastnacht“ ist kein Nachzügler, sondern ein historisches Relikt. Im Jahr 1091 wurde auf der Synode von Benevent beschlossen, die Sonntage aus der Fastenzeit herauszurechnen. Um weiterhin auf 40 Fasttage zu kommen, musste der Beginn der Fastenzeit vorverlegt werden – damit rückte auch die „neue“ Fastnacht eine Woche nach vorne.
In einigen Regionen Südwestdeutschlands blieb jedoch die ursprüngliche, bäuerlich geprägte „alte Fastnacht“ erhalten – oder wurde später wiederbelebt. Heute ist sie fester Bestandteil des närrischen Kalenders.
Weil am Rhein
In Weil am Rhein bereitet sich die Interessengemeinschaft Weiler Straßenfasnacht auf einen der größten Umzüge der letzten Jahre vor. Am Sonntag, den 22. Februar, wird die Innenstadt ab 13:30 Uhr zur Sperrzone für den Autoverkehr und zur Bühne für das närrische Brauchtum.

Festumzug mit maskierten Musikern und festlicher Atmosphäre.
Die Zahlen sind beeindruckend: Allein die Weiler Zünfte und Cliquen stellen ein gewaltiges Kontingent, doch insgesamt werden weit über 3.500 Hästräger erwartet. Das bedeutet: Mehr als 130 Gruppen, von klassischen Hexenzünften über traditionsreiche Cliquen mit ihren aufwendigen Wagen bis hin zu ohrenbetäubenden Guggemusiken, werden sich durch die Straßen wälzen. Wer einen Platz in der ersten Reihe ergattern will, sollte frühzeitig in Richtung Altweil pilgern. Entlang der Strecke ist die Versorgung durch zahlreiche Stände gesichert – die Stadt erwartet erneut eine fünfstellige Zuschauerzahl.
Weitere Informationen: IG Weiler Straßenfasnacht
Goldjubiläum in der Exklave Büsingen
Ein historischer Meilenstein wird in Büsingen am Hochrhein gefeiert. Die Narrenzunft Hobelgeiss e.V. blickt auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Da Büsingen als deutsche Exklave mitten in der Schweiz liegt, hat die Fasnacht hier ohnehin einen ganz eigenen, grenzüberschreitenden Charme.
Das NVHB Freundschaftstreffen beginnt am Samstag (21.02.) um 14:00 Uhr mit der Kinderfasnacht. Richtig ernst wird es am Abend: Die „Geissenparty“ in der Exklavenhalle (Einlass 19:00 Uhr, Start 20:11 Uhr) gilt als einer der regionalen Party-Hotspots. Am Sonntag öffnet bereits um 11:00 Uhr das Narrennest, bevor um 14:00 Uhr der große Jubiläumsumzug startet. Es ist die größte Veranstaltung dieser Art in der Geschichte der Hobelgeisse.
Weitere Informationen: Narrenzunft Hobelgeiss e.V.
Die „Cavalcade“ im Elsass: Hexenverbrennung in Saverne
Grenzüberschreitend geht es auch in Saverne (Zabern) zu. Die Société Carnavalesque Einhorn lädt zum 48. Carnaval. Hier vermischt sich alemannische Maskenhaftigkeit mit französischer Karnevals-Leichtigkeit.
- Samstag: Ein Kinderumzug um 14:30 Uhr macht den Anfang, gefolgt von einer mystischen Nacht-Cavalcade mit Fackeln um 19:03 Uhr.
- Sonntag: Um 14:03 Uhr startet der internationale Umzug. Wer bis zum Ende bleibt, erlebt im Parc du Château ein archaisches Spektakel: die „Crémation de la sorcière“ – die feierliche Hexenverbrennung, die das Ende des Winters markiert.
Weitere Informationen: Facebook
Markgräfler Vielfalt: Von Sulzburg bis Neuenweg
Auch abseits der großen Zentren wird das Brauchtum mit Hochdruck gepflegt.
In Ballrechten-Dottingen lädt die Narrenzunft Castellberger-Driebelbisser e.V. zum 45. Sulzbachtal Narrenumzug. Am Sonntag um 13:31 Uhr setzt sich der Tross in Bewegung. Der Umzug ist bekannt für seine familiäre Atmosphäre, bietet aber dennoch das volle Programm aus Gugge und Hästrägern.
Weitere Informationen: www.schwarzwald-tourismus.info
In Lörrach-Hauingen schlägt das Herz der Buurefasnacht ebenfalls laut. Die dortige Fasnachtsgesellschaft Buurefasnacht Hauingen e.V. startet ihren großen Umzug am Sonntag um 13:30 Uhr. Hauingen gilt unter Kennern als Pflichttermin, da sich hier die dörfliche Tradition besonders eng mit der Begeisterung der Massen verknüpft.
Weitere Informationen: Buurefasnacht Hauingen
Wer es etwas abgelegener und uriger mag, dem sei Neuenweg (Gemeinde Kleines Wiesental) ans Herz gelegt. Die „Belche Bure“ starten ihren Umzug am Sonntag um 14:00 Uhr. Hier, am Fuße des Belchens, wirkt die Fasnacht noch ein Stück ursprünglicher und weniger kommerziell als in den großen Städten.
Fazit
Die Buurefasnet 2026 zeigt eindrucksvoll: Nach der Fastnacht ist noch lange nicht Schluss. Ob in Weil am Rhein, Hauingen, Sulzburg, Neuenweg oder beim Jubiläum in Büsingen – überall ziehen tausende Hästräger, Guggenmusiken und Narrenzünfte durch die Straßen und feiern lebendiges Brauchtum. Zwischen Umzügen, Narrendörfern und traditionellem Ausklang wird die „alte Fasnacht“ zu einem farbenfrohen Gemeinschaftserlebnis. Wer die besondere Mischung aus Tradition, Straßenfest und ausgelassener Stimmung erleben möchte, sollte sich dieses Wochenende nicht entgehen lassen.


