Berlin – Kartellamt will schärfere Instrumente gegen Preisabsprachen
Reformen und Instrumente
Die Behörde sieht Bedarf, Fusionen auch dann zu prüfen, wenn Umsatzschwellen nicht erreicht sind. Zudem brauche sie besseren Zugriff auf Preis- und Kostendaten, um Preisbildung transparenter zu machen. Ein Ansatz seien Call-In-Modelle, die es der Behörde ermöglichen, einzelne problematische Fälle eigenständig aufzugreifen.
Beschaffungs- und Vergaberecht
Bei der geplanten Reform des Vergaberechts fordert Mundt mehr Mut. Der Bund sollte Regelungen zur beschleunigten Beschaffung für das Militär auf das allgemeine Vergaberecht übertragen. Schnelleres Verfahren sei nicht nur bei der Wehrtechnik, sondern bei der gesamten öffentlichen Infrastruktur nötig. Zudem müsse die Behörde Zugang zu Angebotsdaten aus Vergabeverfahren erhalten, damit Kartellabsprachen besser entdeckt werden können. KI könne Muster erkennen, bedarf aber des Zugangs zu relevanten Vergabedaten.
Wirtschaftliche Folgen
Zur geplanten Subventionierung des Industriestrompreises zeigte Mundt Skepsis. Entlastungen dürften nicht einseitig großen Unternehmen zugutekommen und könnten zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Für den Kartellaufbau sei eine sorgfältige Abwägung nötig.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)
