Strecke bleibt länger dicht
Die Sanierungsarbeiten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hamburg und Berlin werden sich voraussichtlich deutlich länger hinziehen als geplant. Der anhaltende Frost und Schnee in Norddeutschland machen den Bauarbeitern seit Wochen zu schaffen. „Wir haben es mit dem stärksten Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren zu tun“, erklärte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand von InfraGO, am Montag die Misere.
Kabel für Signal- und Stellwerkstechnik können aufgrund vereister und zugefrorener Kanäle nicht verlegt werden. Auf manchen Abschnitten reicht der Bodenfrost bis zu 70 Zentimeter tief. Auch Arbeiten an der Oberleitung, Weichenantrieben und Signalanlagen sind seit Wochen unmöglich.
Neue Zeitpläne und Wechselwirkungen
Eine Wiederinbetriebnahme der Strecke zum 30. April sei nun nicht mehr realistisch, so Bolte. Sobald der Boden aufgetaut ist, müssen die verschobenen Arbeiten neu geplant und das Personal aufgestockt werden. Ein neues Konzept für die Inbetriebnahme soll bis zum 13. März vorliegen. Ziel sei eine für alle Seiten tragbare Lösung.
Die Bahn warnt jedoch vor möglichen „Wechselwirkungen“ mit den ab 1. Mai geplanten, umfangreichen Sanierungsarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover. Die Anpassung des Zeitplans für die Berlin-Hamburg-Linie müsse so erfolgen, dass die Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr weiterhin funktionieren.

