Ein Naturdenkmal am Wendepunkt
Elf Jahre lang blieb einer der bekanntesten Orte am Bodensee geschlossen. Die Marienschlucht, ein eng eingeschnittener Felsspalt zwischen Bodman und der SeeGang-Route, zog Jahr für Jahr Tausende Wanderer an, bevor Sicherheitsrisiken und Erdrutschgefahren die Sperrung erforderlich machten. Nun steht fest: Ende März 2026 wird das Naturdenkmal wieder öffnen. Für die Region bedeutet das nicht nur die Rückkehr eines beliebten Ausflugsziels, sondern auch einen wichtigen Impuls für Tourismus und Freizeitwirtschaft.
Der neue Panorama-Steg verändert das Erlebnis nachhaltig
Zentraler Baustein der Wiedereröffnung ist der neu errichtete Panorama-Steg, der künftig die Schlucht überspannt. Er wurde von beiden Seiten parallel gebaut und inzwischen vollständig miteinander verbunden. Die Entscheidung für eine Stahlkonstruktion wurde aus Sicherheits- und Wartungsgründen getroffen: Stahl kann Erdrutschbewegungen besser abfedern, ermöglicht den modularen Austausch einzelner Elemente und garantiert langfristige Stabilität.
Gleichzeitig wird der Steg zu einem neuen Markenzeichen der Schlucht. Von oben eröffnet sich ein ungewohnter Blick in die Tiefe, der die geologische Struktur sichtbar macht und das Naturerlebnis erweitert. Für Besucher entsteht damit eine neue Perspektive, die so zuvor nicht möglich war.
Restarbeiten vor der Wiedereröffnung
Trotz des abgeschlossenen Stegbaus gibt es noch einiges zu tun. Derzeit arbeitet die Gemeinde an einem Info-Pfad, der die Besonderheiten der lokalen Flora und Fauna erklärt. Der Pfad soll sowohl Kindern als auch Erwachsenen ein besseres Verständnis für die naturräumlichen Zusammenhänge vermitteln.
Parallel dazu wird die Beschilderung der Wanderwege erneuert. Die Orientierung rund um den SeeGang, die Anlegestelle und die Verbindungswege soll intuitiver und einheitlicher werden. Die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier laufen ebenfalls: Von Führungen über Infopunkte bis hin zur Verpflegung durch Vereine soll ein umfassendes Programm entstehen, das die Vielfalt der Region widerspiegelt.
Sperrungen bleiben zunächst bestehen
Bis zur Wiedereröffnung bleibt die gesamte Marienschlucht weiterhin unzugänglich. Betroffen sind der Uferweg zwischen Bodman und der Schiffsanlegestelle, der Abschnitt zwischen der Anlegestelle und dem SeeGang sowie die Anlegestelle selbst. Auch die Schiffe fahren den Bereich aktuell nicht an. Der Premiumwanderweg SeeGang wird während der Bauphase umgeleitet.
Die Gemeinde bittet Besucherinnen und Besucher darum, die Sperrungen strikt zu beachten – auch im Hinblick auf das hohe Unfallrisiko in der Schlucht und die laufenden Arbeiten.
Eröffnungswochenende Ende März 2026
Am 28. März 2026 soll der „Tag der offenen Schlucht“ stattfinden. An diesem Tag können Besucher zum ersten Mal den Panorama-Steg begehen und die Schlucht aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Einen Tag zuvor ist eine Eröffnungsfeier mit geladenen Gästen geplant.
Mit der Öffnung startet auch die Schifffahrtssaison neu: Erstmals seit Jahren wird die Anlegestelle Marienschlucht dann wieder angefahren – ein wichtiger Bestandteil für Wanderer, die die Schlucht in eine größere Tour einbinden möchten.
Laufende Updates im Bautagebuch
Um Einwohner und Gäste transparent zu informieren, führt die Gemeinde ein Bautagebuch. Es zeigt den Fortschritt der Arbeiten, dokumentiert Meilensteine und bietet Einblicke in die bautechnischen Herausforderungen der Schlucht. Die Verantwortlichen betonen, dass die Arbeiten mit hoher Priorität durchgeführt werden, damit der Zeitplan eingehalten werden kann.
Ein Neustart mit Bedeutung für die gesamte Region
Die Wiedereröffnung ist weit mehr als ein lokales Ereignis. Für den Bodensee – eine der stärksten Tourismusregionen Süddeutschlands – kehrt ein wichtiges Highlight zurück. Der neue Steg, die modernisierten Wege und das pädagogische Konzept des Info-Pfads sollen das Naturerlebnis vertiefen und gleichzeitig den Schutz des sensiblen Raums gewährleisten.
Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf eine Marienschlucht freuen, die vertraut und zugleich neu ist – und die nach elf Jahren Pause wieder sicher erkundet werden kann.


