Lange Wartezeiten auf Fachärzte
Jeder vierte gesetzlich Versicherte in Deutschland muss länger als einen Monat auf einen Termin bei einem Facharzt warten. Für jeden Zehnten dauert es sogar über drei Monate. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des GKV-Spitzenverbands hervor, an der rund 3.500 Kassenpatienten teilnahmen. Die Ergebnisse, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, zeigen, dass ein Drittel der Befragten die Wartezeiten als unangemessen lang empfand.
GKV fordert digitales Portal
Als Reaktion auf die besorgniserregenden Umfrageergebnisse fordert der GKV-Spitzenverband die Einführung eines offiziellen Onlineportals zur bundesweiten Terminvergabe. Eine solche Plattform könnte helfen, die Suche nach einem schnell verfügbaren Termin zu erleichtern und für mehr Transparenz zu sorgen. Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Stefanie Stoff-Ahnis, betonte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass auf diesem Portal ein fester Anteil aller Termine von Arztpraxen bereitgestellt werden müsse. Zudem sei es wichtig, dass sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte bei der Vergabe gleich behandelt würden. Das Ziel ist klar: Überlastete Ärzte und frustrierte Patienten sollen nicht weiter die Leidtragenden sein.
Koalitionsvertrag sieht Primärarztsystem vor
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Einführung eines sogenannten Primärarztsystems verankert. Dieses System sieht vor, dass Patienten künftig für einen Facharzttermin eine Überweisung von ihrem Hausarzt benötigen. Im Gegenzug sollen die Wartezeiten auf diese Spezialisten-Termine verkürzt werden. Ob dieser Ansatz die erhoffte Verbesserung bringt und wie er in der Praxis umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Die aktuelle Umfrage offenbart jedoch den dringenden Handlungsbedarf im deutschen Gesundheitswesen.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)