US-Präsident setzt auf umstrittenen Friedensrat, der global agieren soll. Viele EU-Staaten verhalten sich zurückhaltend.

Trump gründet „Board of Peace“ in Davos – Kritik wegen UN-Konkurrenz

Foto: US-Präsident Donald Trump bei einer früheren Veranstaltung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Donald Trump hat in Davos am Donnerstag offiziell seinen "Board of Peace" ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Vertretern einiger Mitgliedsstaaten unterzeichnete er die Gründungsurkunde. Trump prophezeit "ewigen Frieden" und deutet Kooperationen mit den UN an, während Kritiker eine Untergrabung der Weltorganisation befürchten.

Trump setzt auf globale Friedensinitiative

Die offizielle Gründung des „Board of Peace“ durch US-Präsident Donald Trump in Davos markiert einen neuen Schritt in seiner außenpolitischen Agenda. Bei der Zeremonie unterzeichnete Trump die Charta des Rades gemeinsam mit Vertretern zahlreicher Mitgliedsstaaten. Er äußerte die Vision, dass der Rat Jahrzehnte des Blutvergießens beenden und „ewigen Frieden“ für die Welt schaffen solle. „Die Welt ist eine Region“, erklärte Trump bei der Veranstaltung.

Trump deutete zudem die Absicht an, eng mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, insbesondere in Krisengebieten wie dem Gazastreifen. Dies steht im Kontrast zu früheren Entscheidungen seiner Regierung, die weltweite Ausgaben für Entwicklungshilfe massiv reduzierten. Dennoch behauptete Trump, die USA hätten mehr Entwicklungshilfe für Gaza ermöglicht als je zuvor.

Ursprünglich war das „Board of Peace“ dazu gedacht, eine Übergangsregierung im Gazastreifen zu begleiten. Laut Berichten könnte das Mandat des Rates jedoch erweitert werden, um sich umfassender globalen Krisen und Konflikten zu widmen. Diese Entwicklung schürt bei Kritikern den Verdacht, dass Trump eine konkurrierende Organisation zu den Vereinten Nationen aufbauen will.

Zu den Staaten, die dem „Board of Peace“ beigetreten sind, zählen unter anderem Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, Kosovo, Pakistan, Paraguay, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Usbekistan und die Mongolei. Aus der Europäischen Union sind überraschend nur Ungarn und Bulgarien vertreten. Große westliche Nationen wie Deutschland und Großbritannien zeigten sich bei der Einladung zurückhaltend.