US-Präsident unterzeichnet Charta in Davos und kündigt ambitionierte Ziele an. Kritiker warnen vor Konkurrenz zu UN.

Trump gründet „Board of Peace“ – ein umstrittener Friedensrat mit globalen Ambitionen

Foto: Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Donald Trump hat am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos seinen neuen "Board of Peace" offiziell ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Vertretern ausgewählter Länder unterzeichnete der US-Präsident die Gründungsurkunde für den Friedensrat, dessen Mandat über das ursprüngliche Ziel hinausgehen und globale Krisen adressieren soll. Laut Trump soll das Gremium "ewigen Frieden" schaffen.

Trump will „ewigen Frieden“ – und provoziert Bedenken

Bei der Zeremonie nutzte US-Präsident Donald Trump die Gelegenheit, seine Vision für den neu gegründeten „Board of Peace“ zu darzulegen. „Die Welt ist eine Region“, verkündete er in Davos und zeigte sich überzeugt, dass der Rat dazu beitragen werde, „Jahrzehnte des Blutvergießens zu beenden“ und „ewigen Frieden“ zu schaffen. Trump deutete zudem eine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen an, um Krisenregionen wie Gaza zu stabilisieren. Diese Ankündigung steht allerdings im Kontrast zu seiner eigenen Politik, die weltweite Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit massiv reduziert hatte.

Ursprünglich sollte der „Board of Peace“ eine Übergangsregierung im Gazastreifen begleiten. Berichten zufolge könnte sich das Mandat des Rates nun jedoch erweitern und sich der Bewältigung globaler Konflikte widmen. Diese Entwicklung weckt bei Kritikern Sorgen: Es wird befürchtet, dass Trump mit seinem Friedensrat eine Konkurrenzstruktur zu den etablierten Vereinten Nationen aufbauen will.

Zu den Mitgliedern des Rates zählen eine Reihe von Staaten, darunter Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, Kosovo, Pakistan, Paraguay, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Usbekistan und die Mongolei. Bemerkenswert ist die geringe Beteiligung aus der Europäischen Union; lediglich Ungarn und Bulgarien sind vertreten. Wichtige europäische Mächte wie Deutschland und Großbritannien haben auf die Einladung bisher zurückhaltend reagiert.