Würdigung einer Volksvertreterin
Der Bundestag wird am Dienstag zum Schauplatz einer tiefen Verbeugung vor dem politischen Lebenswerk von Rita Süßmuth. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die letzte Ehre für die CDU-Politikerin angeordnet, die über ein Jahrzehnt die Geschicke des deutschen Parlaments als Präsidentin prägte. Ihre Amtszeit von 1988 bis 1998 fällt in eine Zeit bedeutender gesellschaftlicher und politischer Umwälzungen in Deutschland.
Die Liste der erwarteten Teilnehmer zeugt von der hohen Wertschätzung, die Süßmuth über Parteigrenzen hinweg genoss. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben ihre Teilnahme zugesagt, ebenso wie alle noch lebenden Nachfolger im Amt des Bundestagspräsidenten: Wolfgang Thierse (SPD), Norbert Lammert (CDU) und die amtierende Präsidentin Bärbel Bas (SPD). Auch Sabine Bergmann-Pohl, die Präsidentin der frühen DDR-Volkskammer, wird erwartet.
Eine breite Beteiligung aller Bundesminister ist vorgesehen, mit Ausnahme der aktuell in Mutterschutz weilenden Verena Hubertz. Zahlreiche ehemalige Bundesminister, darunter Klara Geywitz, Hermann Gröhe, Annegret Kramp-Karrenbauer, Otto Schily, Johanna Wanka und Annette Schavan, werden ebenfalls die letzte Reise von Rita Süßmuth mitgestalten.
Auch auf Länderebene ist die Anteilnahme groß. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sowie die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, Manuela Schwesig (SPD) und Dietmar Woidke (SPD), haben ihr Kommen zugesagt. Neun Landtagspräsidenten, darunter die bayerische Parlamentspräsidentin Ilse Aigner (CSU), werden ebenfalls anwesend sein, ebenso wie diplomatische Vertreter aus 19 Botschaften und Repräsentanten wissenschaftlicher und kultureller Institutionen.
Beginnen wird die offizielle Würdigung bereits um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Hedwigs-Kathedrale. Der Trauerstaatsakt selbst findet um 12 Uhr im Plenarsaal des Bundestages statt. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) werden Reden halten. Eine besondere Ehre wird dem Autor und Journalisten Heribert Prantl zuteil, der auf Wunsch der Verstorbenen eine Rede sprechen wird. Auch die Präsidenten von Bundesrat und Bundesverfassungsgericht, Andreas Bovenschulte (SPD) und Stephan Harbarth, werden an der Zeremonie teilnehmen.
