Kliniken im Warnstreik: Verdi fordert besseres Angebot
Massive Einschränkungen im Klinikalltag sind die Folge: Ab Dienstag ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi landesweit zum Streik im Gesundheitswesen auf. Betroffen sind vor allem 22 Universitätskliniken, die ihren Betrieb in vielen Fällen auch am Mittwoch stilllegen wollen. Schon am Montag sollen Warnstreiks in den Psychiatrien von Baden-Württemberg beginnen.
Die Gewerkschaft begründet den Ausstand mit dem ausbleibenden, für Verdi zu spärlichen Angebot der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. „An den betroffenen Kliniken ist mit deutlichen Einschränkungen zu rechnen, für eine Notfallversorgung ist aber gesorgt“, teilte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler mit.
Hohe Gehaltsforderungen: „Schlechter gestellt als Kollegen“
Verdi verlangt sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro zusätzlich pro Monat. Für Nachwuchskräfte fordert die Gewerkschaft 200 Euro mehr und die unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Auch die Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit sollen um 20 Prozentpunkte steigen und Schichtzulagen auf das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) angehoben werden.
Sylvia Bühler betonte, dass die Beschäftigten der Unikliniken verärgert seien, da sie schlechter gestellt würden als ihre Kollegen in kommunalen Krankenhäusern. Die Arbeitsbedingungen müssten attraktiver werden, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten. „Die Beschäftigten der Unikliniken und Psychiatrien zeigen, dass sie kampfbereit sind und für ihre Belange eintreten wollen“, sagte Bühler. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte in der zweiten Verhandlungsrunde kein verbindliches Angebot vorgelegt, die Forderungen der Gewerkschaft wurden von der TdL zurückgewiesen.
