Gericht bestätigt: Fans wurden getäuscht

Erfolg vor Gericht: KSC stoppt Ticket-Abzocke – und die Region zieht nach

Erfolg vor Gericht: KSC stoppt Ticket-Abzocke – und die Region zieht nach
Foto: Foto: Von <a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Carolus_requiescat" title="User:Carolus requiescat">Carolus requiescat</a> - <span class="int-own-work" lang="de">Eigenes Werk</span>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0" title="Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0">CC BY-SA 4.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=169340609">Link</a>

Gute Nachrichten für alle KSC-Fans, die keine Lust auf Wucherpreise haben: Der Karlsruher SC hat einen wichtigen Sieg gegen die Ticket-Plattform Viagogo errungen. Das Landgericht Mannheim entschied am Mittwoch, dass das Portal Fans nicht länger in die Irre führen darf. Doch der KSC ist nicht der einzige Club in Baden-Württemberg, der die Samthandschuhe ausgezogen hat.

Wer kennt das nicht? Ein Top-Spiel im BBBank Wildpark steht an, das Stadion ist offiziell ausverkauft, und plötzlich tauchen auf Drittanbieter-Seiten wie Viagogo massenhaft Karten auf – oft zum doppelten oder dreifachen Preis. Doch für Käufer war das bisher ein riskantes Spiel. Denn wer mit einem dort erworbenen Ticket am Drehkreuz im Wildpark stand, blieb oft draußen. Der Grund: Die Tickets verstoßen gegen die AGB des Vereins und werden schlichtweg gesperrt.

Gericht bestätigt: Fans wurden getäuscht

Das Landgericht Mannheim (Az. vom 21.01.26) hat nun ein Machtwort gesprochen. Die Richter folgten der Argumentation des KSC und seiner Heidelberger Anwälte vollumfänglich. Viagogo wurde untersagt, Tickets für KSC-Spiele anzubieten, ohne deutlich darauf hinzuweisen, dass diese Karten unter Umständen gar nicht zum Einlass berechtigen.

Das Gericht stellte klar: Fans werden auf der Plattform getäuscht, weil ihnen das Risiko des verweigerten Zutritts verschwiegen wird. Für den Club ist das Urteil ein Durchbruch. KSC-Geschäftsführer Michael Becker betont, dass man auch künftig konsequent gegen solche Angebote vorgehen werde. Man wolle die Fans vor „unseriösen Angeboten“ schützen.

Schluss mit Wucher: Wie der VfB, Die TSG und der SC Freiburg den Ticket-Schwarzmarkt austrocknen wollen

Der aktuelle Erfolg der Karlsruher fügt sich in eine landesweite Strategie ein. Fast alle großen Proficlubs im Südwesten gehen mittlerweile mit harten Bandagen gegen den Zweitmarkt-Wucher vor. Wer in der Region Tickets über inoffizielle Kanäle kauft oder verkauft, riskiert teure Abmahnungen.

  • TSG Hoffenheim: Die Kraichgauer leisteten Pionierarbeit. Das Landgericht Heidelberg verdonnerte Viagogo bereits 2020 zur Unterlassung falscher Preisangaben. Weil die Plattform das Urteil ignorierte, wurde sogar ein Ordnungsgeld von 12.000 Euro fällig.
  • VfB Stuttgart: In der Landeshauptstadt setzt man auf die direkte Verfolgung der Verkäufer. Wer Karten bei eBay oder Kleinanzeigen einstellt, erhält oft Post von spezialisierten Kanzleien (u.a. LDM Rechtsanwälte). Die Vertragsstrafen bewegen sich hier meist zwischen 450 und 600 Euro – pro Ticket.
  • SC Freiburg: Auch im Breisgau versteht man keinen Spaß. Der Sport-Club hat in der Vergangenheit wiederholt Klagen eingereicht, um den „Graumarkt“ rund um das neue Europa-Park Stadion trockenzulegen. Hier wurden teils Forderungen von bis zu 1.500 Euro gerichtlich geltend gemacht.

So geht es legal: Die offiziellen Wege

Hinter dem harten Vorgehen steht ein klares Ziel: Die Hoheit über die Preise zu behalten und die Stadien sicher zu machen. Die gute Nachricht für ehrliche Fans ist jedoch, dass niemand auf seinem Ticket sitzen bleiben muss, wenn er kurzfristig verhindert ist. Alle großen Clubs in BW haben mittlerweile eigene, sichere Lösungen etabliert.

Ob die „Ticketbörse“ beim VfB, der offizielle Re-Sale im Online-Shop des SC Freiburg oder die Zweitmarkt-Funktion des KSC: Diese Portale ermöglichen den legalen Weiterverkauf zum Originalpreis. Der Druck auf Plattformen wie Viagogo wächst massiv. Wer den Wildpark oder die MHP Arena von innen sehen will, sollte den Weg über die offiziellen Portale wählen. Alles andere ist – spätestens nach dem aktuellen Urteil aus Mannheim – ein teures und riskantes Lotteriespiel.