Tausende Beschäftigte legen am Dienstag bundesweit die Arbeit nieder – Forderungen nach mehr Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen.

Streikwelle im Gesundheitswesen: Verdi legt Universitätskliniken lahm

Foto: Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat angesichts fehlender Angebote der Arbeitgeber zu einem flächendeckenden Warnstreik im Gesundheitswesen aufgerufen. Ab Dienstag treten bundesweit Beschäftigte von 22 Universitätskliniken in den Ausstand, an vielen Standorten wird der Streik bis Mittwoch fortgesetzt. Bereits am Montag sind in Baden-Württemberg Psychiatrien betroffen.

Branchenweiter Warnstreik angekündigt

Ein stillstehender Herzschlag – das könnte die Folge der Streiks sein, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat. Am Dienstag und Mittwoch werden bundesweit insgesamt 22 Universitätskliniken die Arbeit niederlegen. Schon am Montag sind zudem Warnstreiks in den Psychiatrien Baden-Württembergs geplant. Verdi begründet den Arbeitskampf mit aus Sicht der Gewerkschaft unzureichenden Angeboten der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder.

Forderungen nach mehr Geld und besseren Bedingungen

Verdi verlangt eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr im Monat für die Beschäftigten. Auch Nachwuchskräfte sollen mehr Geld bekommen und nach ihrer Ausbildung unbefristet übernommen werden. Die Gewerkschaft fordert zudem eine 20-prozentige Anhebung der Zuschläge für Arbeit zu ungünstigen Zeiten sowie eine Angleichung der Schicht- und Wechselschichtzulagen an das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnte die Forderungen bislang ab.

Unikliniken fühlen sich benachteiligt

Sylvia Bühler vom Verdi-Bundesvorstand sprach von verärgerten Beschäftigten. „Sie fühlen sich schlechter behandelt als ihre Kollegen an kommunalen Krankenhäusern“, sagte sie. Atraktivität sei entscheidend, um Fachkräfte langfristig zu binden. Die Bereitschaft, für die eigenen Belange einzustehen, sei hoch. Die Warnstreiks sollen deutlich machen, dass die Beschäftigten der Unikliniken und Psychiatrien „kampfbereit“ seien.

Das Personal macht Druck: Patienten müssen sich auf Einschränkungen einstellen, Notfälle werden aber versorgt.