Neue Entwicklungen im Arktisraum lassen Experten rätseln, während die US-Regierung Zugeständnisse im Handelsstreit anbietet.

DAX legt zu: Grönland-Deal schürt Spekulationen über Rohstoffabbau und US-Machtgewinn

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex DAX hat am Donnerstagmittag weiter zugelegt. Auslöser für die Erleichterung an den Börsen sind Äußerungen von US-Präsident Trump sowie strategische Entwicklungen rund um Grönland. Berichte deuten auf eine mögliche neue US-Strategie in der Arktis hin, die den Zugang zu seltenen Erden und Uran eröffnen könnte.

DAX im Aufwind, Blick nach Grönland

Der deutsche Leitindex DAX hat am Donnerstag nach einem freundlichen Handelsstart weiter klar im grünen Bereich notiert. Gegen 12:30 Uhr lag der Index bei rund 24.860 Punkten, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Marktexperten sehen eine spürbare Erleichterung, die auf die jüngste Rede von US-Präsident Donald Trump in Davos und die daraus folgenden Nachrichten aus Grönland zurückzuführen ist.

„Parallel zu einem Rahmenabkommen über Grönland will die US-Regierung nun wieder Abstand von den noch am Wochenende angedrohten Strafzöllen nehmen“, erklärte Daniel Kostecki, Marktanalyst bei CMC Markets. Hinter der vermeintlichen Entspannung im Handelsstreit vermuten Beobachter jedoch eine strategische Spielart Trumps.

US-Interessen an Grönlands Bodenschätzen?

„Es scheint sehr plausibel, dass es sich hierbei um eine klassische Nebelkerze handelt, die die Aufmerksamkeit von Washingtons tatsächlichem Sieg ablenken soll“, so Kostecki. Berichte der New York Times legen nahe, dass eine Vereinbarung zwischen den USA, der NATO, Dänemark und Grönland die Anwendung eines Modells vorsieht, das bereits im Verhältnis zwischen Großbritannien und Zypern erfolgreich war. Dies könnte langfristig zu einer Neugestaltung des Machtgleichgewichts in der Arktis führen – maßgeblich zum Vorteil der Vereinigten Staaten.

Die Anwendung dieses spezifischen Rechtsrahmens auf Grönland ginge über einfache militärische Pachtverträge hinaus. Experten vermuten, dass die USA versuchen könnten, Gebiete zu errichten, über die sie die volle Souveränität ausüben. Dies könnte insbesondere für die uneingeschränkte Mineralgewinnung oder das „Golden Dome“-Projekt, das auf ein Volumen von rund 200 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, relevant sein. Solche Gebiete wären sowohl der dänischen als auch der grönländischen Gerichtsbarkeit entzogen.

Seltene Erden und Uran im Fokus

Besonders brisant ist die mögliche Erschließung von Seltenen Erden. Die USA könnten zeitnah mit der Förderung im Tanbreez-Vorkommen auf Grönland beginnen, das seit Ende vergangenen Jahres vom börsennotierten Unternehmen Critical Metals Corp. kontrolliert wird. Aktuell verbietet grönländisches Recht zwar den Uranabbau. Die Schaffung einer souveränen US-Basis auf diesem Gebiet würde lokale Beschränkungen jedoch automatisch aufheben, da US-Bundesrecht den Uranabbau ausdrücklich als Frage der nationalen Sicherheit anerkennt.

Der Euro zeigte sich am Donnerstagnachmittag etwas stärker und wurde für 1,1695 US-Dollar gehandelt. Der Goldpreis gab leicht nach und kostete 1.828 US-Dollar pro Feinunze (-0,1 Prozent). Der Ölpreis der Nordseesorte Brent sank deutlicher auf 64,47 US-Dollar pro Fass (-1,2 Prozent).