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CDU und SPD unterstützen Forderungen von Hausärzten – Missbrauch im Visier

Heftiger Streit um Online-Krankschreibungen: Koalition will strengere Regeln

Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Debatte um Online-Krankschreibungen gegen Bezahlung gewinnt an Schärfe. Gesundheitspolitiker von CDU und SPD haben nun die Forderungen des Hausärzteverbands nach strengeren Regeln unterstützt. Es geht um den Schutz vor Missbrauch durch anonyme Plattformen und das Vertrauen in die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Ärzteverbund schlägt Alarm

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband fordert schon länger eine klare Grenze für den Verkauf von Krankschreibungen online. Verbandschef Markus Beier hat sich nun direkt an die Bundesregierung gewandt mit der klaren Ansage: „kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben“.

Koalition reagiert auf Druck

Diese Forderung findet nun auch Gehör in der Regierungskoalition. Simone Borchardt (CDU), gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, plädiert dafür, dass Krankschreibungen per Telefon oder Videosprechstunde nur noch für Bestandspatienten möglich sein sollten. „So können wir Missbrauch begrenzen, der insbesondere durch anonyme Online-Plattformen deutlich zugenommen hat“, erklärte sie der „Rheinischen Post“.

Auch die SPD zieht mit. Christos Pantazis, sein Pendant im Willy-Brandt-Haus, kritisierte scharf „private Plattformen, bei denen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ohne ausreichende ärztliche Prüfung oder ohne eine belastbare Arzt-Patienten-Beziehung ausgestellt werden“. Er sieht darin eine Untergrabung des Vertrauens und eine Gefahr für die medizinische Versorgung. „Solche Modelle untergraben das Vertrauen in die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und sind mit den Anforderungen an eine gute medizinische Versorgung nicht vereinbar.“ Pantazis fordert konsequente Sanktionen für „schwarze Schafe“.

Gleichzeitig betonte er aber auch, dass ärztlich verantwortete telefonische Beratungen oder qualifizierte Videosprechstunden davon ausdrücklich unberührt bleiben sollen. Selbst der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) steht hinter dem Vorstoß.

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