US-Präsident lockert Drohungen, während im hohen Norden strategische Weichen neu gestellt könnten.

Dax legt zu: Trump-Rede und Grönland-Rätsel treiben Börse an

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex Dax hat am Donnerstagmittag deutlich zugelegt und seine Gewinne aus dem Handelstag ausgeweitet. Marktbeobachter sehen die Erleichterung an den Börsen vor allem in den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump begründet. Parallel dazu mehren sich Spekulationen über eine strategische Neuausrichtung bezüglich Grönlands und dessen Rohstoffreichtum.

Börse im Aufwind nach Trumps Davos-Auftritt

Mit einem klaren Plus über die Marke von 24.860 Punkten hat der deutsche Leitindex Dax am Donnerstagmittag weiter die Handelsgewinne ausgebaut. Händler sprachen von spürbarer Erleichterung an den Weltbörsen, die nach der Rede von US-Präsident Donald Trump in Davos und anschließend aufkommenden Nachrichten aus dem hohen Norden einsetzte.

Daniel Kostecki, Marktanalyst bei CMC Markets, erklärte: „Viel Erleichterung herrscht auf den Börsenparketts dieser Welt nach der Rede des US-Präsidenten Trump in Davos, vor allem aber nach den Nachrichten, die dann am Abend aus dem Schweizer Hochgebirge über die Ticker liefen.“ Trump hatte im Vorfeld angedrohte Strafzölle in Aussicht gestellt, scheint nun aber wieder Abstand von diesen zu nehmen, was im Einklang mit einem Rahmenabkommen über Grönland stehen soll.

Grönland im Fokus: Rohstoffe und Geopolitik

Doch hinter Trumps vermeintlicher Kehrtwende vermuten Experten mehr als nur eine spontane Entscheidung. „Handelt es sich aber wirklich um einen Rückzug von Donald Trump und sind seine Äußerungen als ein Zeichen von Schwäche zu interpretieren?“, fragt sich Kostecki. „Es erscheint sehr plausibel, dass es sich hierbei um eine klassische Nebelkerze handelt, die die Aufmerksamkeit von Washingtons tatsächlichem Sieg ablenken soll.“

Berichte der New York Times deuten auf ein Abkommen zwischen den USA, der NATO, Dänemark und Grönland hin. Dieses könnte eine Neugestaltung des Machtgleichgewichts in der Arktis bedeuten, von der die USA profitieren würden. Konkret wird spekuliert, dass die USA durch die Schaffung von Enklaven, über die sie die volle Souveränität ausüben würden, Zugang zu wichtigen Rohstoffvorkommen erhalten könnten. Projekte wie der „Golden Dome“ mit einem Volumen von fast 200 Milliarden US-Dollar und die Gewinnung von Seltenen Erden im Tanbreez-Vorkommen stehen dabei im Zentrum des Interesses.

Besonders pikant: Während das grönländische Recht derzeit den Uranabbau verbietet, würde eine souveräne US-Basis, die ein solches Gebiet umfasst, diese Beschränkungen aufheben. US-Bundesrecht zählt Uranabbau nicht nur zu den erlaubten, sondern auch zu nationalen Sicherheitsfragen.

Devisen, Gold und Öl im Überblick

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Nachmittag etwas stärker und notierte bei 1,1695 US-Dollar. Der Goldpreis leicht nach und kostete 4.828 US-Dollar pro Feinunze. Deutlich nach unten ging es für den Ölpreis: Ein Fass Nordsee-Sorte Brent gab um 1,2 Prozent auf 64,47 US-Dollar nach.